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14.01.2015

Selbsthilfeförderung durch die Bundesländer 2013

Titelbild der Publikation

Band 4 der Fachpublikation NAKOS Studien — Selbsthilfe im Überblick erschienen

Erstmals seit 2007 hat die NAKOS wieder eine Dokumentation zur Selbsthilfeförderung durch die Bundesländer herausgegeben. In Band 4 der Fachpublikation "NAKOS Studien — Selbsthilfe im Überblick" sind zudem Ergebnisse zur Förderung der Selbsthilfe im Sinne des § 45d Absatz 2 SGB XI (Soziale Pflegeversicherung) veröffentlicht. Die Daten basieren auf einer Befragung der Länderministerien, Bezugsjahr ist 2013.

Das bereitgestellte bundesweite Fördervolumen für die Selbsthilfe durch die Länder beträgt im Jahr 2013 10,61 Millionen Euro und fällt damit um etwa 800.000 Euro geringer aus als im Jahr 2007 mit 11,47 Millionen Euro. Die Trends in den Ländern sind jedoch uneinheitlich, es gibt Bundesländer mit gleichgebliebenen Fördermitteln, ebenso wie solche, in denen Steigerungen oder aber eben auch Kürzungen zu verzeichnen sind. Ein Bundesland stellte die Förderung aus Landesmitteln ganz ein.

Die von den Landesverwaltungen benannten Bereiche beziehungsweise Schwerpunkte der Selbsthilfe, für die eine Förderung erfolgte, lassen eine Dominanz der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe erkennen. In der Mehrheit der Länder erhalten Selbsthilfegruppen oder landesweite Selbsthilfeorganisationen zu Suchterkrankungen, körperlichen oder geistigen Behinderungen ebenso wie zu Krebserkrankungen finanzielle Unterstützung aus Landesmitteln. Ebenso werden Selbsthilfekontaktstellen in vielen Ländern gefördert, allerdings erfolgt in vier Ländern keine Förderung.

Hinzu kommen 331.050 Euro für die Förderung gemeinschaftlicher Selbsthilfe im Bereich Pflege. Die ausgewiesenen Summen der explizit nach § 45d Absatz 2 SGB XI fördernden Bundesländer liegen jedoch weit unter den Volumina, welche mit Kofinanzierung aus dem Ausgleichsfonds möglich wären. Mit der bisher nur äußerst lückenhaften bundesweiten Umsetzung des § 45d Absatz 2 SGB XI nutzen die auf kommunaler und landesweiter Ebene Verantwortlichen für den Pflegebereich eine wichtige Möglichkeit der Selbsthilfe pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen im häuslichen Umfeld nicht.

Die Ergebnisse der NAKOS-Befragung verdeutlichen, wie notwendig eine einheitliche und gemeinsam getragene Förderpraxis der öffentlichen Hand und der Rehabilitationsversicherungsträger ist, die dem erheblichen Potenzial der Selbsthilfe Rechnung trägt. Die Förderung von gegenseitiger Hilfe, sozialem und bürgerschaftlichem Engagement, Solidarität, Teilhabe und Beteiligung ist dabei als vorsorgende Investition in der Gesellschaft zu begreifen. Für die Förderung der Selbsthilfe werden gesetzliche Regelungen und Vereinbarungen benötigt, bei denen die Selbsthilfeförderung als Gemeinschaftsaufgabe der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen) sowie der gesetzlichen Sozialversicherungsträger (gesetzliche Krankenkassen, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungsträger) erfolgt.

Die Publikation kann kostenlos bei der NAKOS bestellt werden:
www.nakos.de/service/nakos-studien