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Krankenkassen

Die Krankenkassen unterstützen und fördern seit vielen Jahren die Aktivitäten der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe durch immaterielle, infrastrukturelle und finanzielle Hilfen, weil diese in vielfältiger und wirksamer Weise die professionellen Angebote der Gesundheitsversorgung ergänzen kann. Dabei ist das besondere Merkmal der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe ihre Betroffenenkompetenz.

Seit 1992 gibt es eine gesetzliche Grundlage für die Selbsthilfeförderung durch die gesetzlichen Krankenkassen im Paragraph 20 des fünften Sozialgesetzbuches. Seit dem 1.1.2008 sind die Krankenkassen zur Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe verpflichtet. Eine Förderung von Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen erfolgt dann, wenn sie sich die Prävention oder Rehabilitation von Versicherten bei bestimmten Erkrankungen zum Ziel gesetzt haben.

Für die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe (Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen) stellen die Krankenkassen und ihre Verbände im Jahr 2016 ingesamt 1,05 Euro pro Versicherten zur Verfügung. Eine im Jahr 2015 verabschiedeten Präventionsgesetz verankerte Regelung sieht eine Erhöhung der Fördermittel um mehr als 60 Prozent vor. Bei rund 71 Millionen gesetzlich versicherten Bürgerinnen und Bürgern entspricht dies einem Fördervolumen von rund 74 Millionen Euro.

Die gesetzliche Grundlage der Selbsthilfeförderung ist ab 1.1.2016 nicht mehr der § 20c, sondern der § 20h SGB V.

Außer der Anhebung der Fördermittel sieht der Gesetzgeber keine Änderungen der Selbsthilfeförderung vor. Entsprechend bleiben die in den Vorjahren etablierten Förderstrukturen und -verfahren unverändert. Der vom GKV-Spitzenverband herausgegebene „Leitfaden Selbsthilfeförderung“ gilt weiterhin. Wie bisher erfolgt die Förderung über zwei Förderstränge.

Grundsätzlich gilt, dass die Fördermittel nicht versichertenbezogen verausgabt werden. Das bedeutet, dass jede Selbsthilfegruppe (sofern sie einen Gesundheitsbezug aufweist) bei jeder Krankenkasse in ihrer Region Fördermittel beantragen kann. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe müssen nicht bei der jeweiligen Krankenkasse versichert sein. Für größere Selbsthilfezusammenschlüsse oder Selbsthilfeorganisationen gilt, dass diese Fördermittel entsprechend der Ebenenförderung beantragen sollten. Das heißt Landesorganisationen bei den Landesverbänden, Bundesorganisationen bei den Bundesverbänden der gesetzlichen Krankenkassen.

Anträge auf Förderung sind kalenderjährlich neu zu stellen. Die Antragsfristen sind uneinheitlich, bitte erkundigen Sie sich bei der jeweiligen Krankenkasse.

Die 'Fördergrundsätze' im Leitfaden Selbsthilfeförderung (herausgegeben vom GKV-Spitzenverband) beinhalten die Grundlagen der Förderung und Empfehlungen für die Umsetzung. Wenn Sie erstmals Fördermittel beantragen, empfehlen wir diese als wesentliche Hintergrundinformation.

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Leitfaden zur Selbsthilfeförderung
Grundsätze des GKV-Spitzenverbandes zur Förderung der Selbsthilfe gemäß § 20c SGB V vom 10. März 2000 in der Fassung vom 17. Juni 2013

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung: Krankheitsbilder
Grundsätze des GKV-Spitzenverbandes zur Förderung der Selbsthilfe gemäß § 20c SGB V vom 10. März 2000 in der Fassung vom 17. Juni 2013

Neuer Leitfaden zur Selbsthilfeförderung durch die gesetzlichen Krankenkassen
Jutta Hundertmark-Mayser (NAKOS)
NAKOS INFO 109 | 2013

Die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe und ihrer Strukturen durch die gesetzliche Krankenversicherung erfolgt über zwei Förderstränge: die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung ("Pauschalförderung") und die kassenindividuelle Förderung, die vorrangig als Projektförderung ausgestaltet wird.

Kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung
In den Bundesländern und Regionen werden jeweils mindestens die Hälfte der von den Krankenkassen aufzubringenden Fördermittel für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung zur Verfügung gestellt. Hieraus können Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen Fördermittel beantragen. Die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe im Rahmen der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung erfolgt als Pauschalförderung in Form eines institutionellen Zuschusses vorrangig als Festbetrag (Festbetragsfinanzierung). Diese Fördermittel werden – sofern die Fördervoraussetzungen gemäß „Leitfaden zur Selbsthilfeförderung“ erfüllt sind – zur Unterstützung der Selbsthilfearbeit und der damit verbundenen regelmäßig wiederkehrenden Aufwendungen zur Verfügung gestellt.

Krankenkassenindividuelle Förderung
Bis zu 50 Prozent der Mittel, die eine Krankenkasse für ihre Selbsthilfeförderung zur Verfügung zu stellen hat, kann sie auf den Ebenen Bund, Land und Region für die kassenindividuelle Förderung zeitlich begrenzter Projekte verwenden. Je nach regionaler Ausrichtung und Zuständigkeit entscheidet eine Krankenkasse eigenständig, welche Förderschwerpunkte sie setzt und auf welcher Ebene sie die Selbsthilfe unterstützt. Die krankenkassenindividuelle Förderung erfolgt als Projektförderung, in der Regel als Fehlbedarfs- beziehungsweise Anteilsfinanzierung. Vorhaben, die im Rahmen der krankenkassenindividuellen Selbsthilfeförderung gefördert werden sollen, müssen über die regelmäßig wiederkehrende Selbsthilfearbeit hinausgehen und zeitlich begrenzt sein.

Selbsthilfebundesorganisationen

Im Rahmen der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung fördern die Krankenkassen beziehungsweise Krankenkassenverbände auf Bundesebene, Landesebene und Ortsebene die Selbsthilfe gemeinschaftlich über Fonds. An den Beratungen über die Mittelvergabe aus diesen Fonds sind auf allen Ebenen Vertreter der Selbsthilfe beteiligt.
Die Förderung erfolgt als pauschale Förderung.

Wenn Sie als Selbsthilfebundesorganisationen einen Antrag auf pauschale Förderung stellen wollen, ist Ihr Ansprechpartner:

GKV-Gemeinschaftsförderung auf Bundesebene
c/o vdek
Karin Niederbühl
Akanischer Platz 1
10963 Berlin
Telefon 030 / 269 31-19 20
Fax 030 / 269 31-29 00
Email: karin.niederbuehl@vdek.com

Antragsfrist: 31. Dezember 2015
Beachten Sie die Frist für den Verwendungsnachweis für das Förderjahr 2016: 31. März 2016

Die Antragsformulare finden Sie direkt beim Federführer VdeK:
www.vdek.com/vertragspartner/Selbsthilfe/foerderung_bund.html

Selbsthilfegruppen, Selbsthilfekontaktstellen oder Selbsthilfelandesorganisationen

Auch auf der Landesebene und Ortsebene existiert eine kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung, die in den Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet ist. Es empfiehlt sich zunächst mit den Ansprechpersonen der Krankenkassen Kontakt aufzunehmen.

Kontaktadressen für die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung auf Bundes- und Landesebene für das Jahr 2016

vdek – Verband der Ersatzkassen: Kassenartenübergreifende Selbsthilfeförderung auf Landesebene

Neben der kassenartenübergreifenden Gemeinschaftsförderung gibt es auf allen Förderebenen eine kassenindividuelle Förderung, die vorrangig als Projektförderung ausgestaltet ist. Hierfür stehen 50 Prozent der Fördermittel eines Förderjahres zur Verfügung.

Die einzelnen Krankenkassen und Verbände können mit diesen Mitteln eigene Förderaktivitäten entfalten und eigene Förderschwerpunkte bilden. Nehmen Sie daher vor einer Antragsstellung Kontakt mit der jeweiligen Krankenkasse auf und besprechen Sie Ihr Förderanliegen vorab. Die Kontaktadressen für einen Projektantrag als Bundesselbsthilfeorganisation finden Sie hier.

Wenn Sie einen Antrag für das Förderjahr 2016 stellen wollen, verwenden Sie ausschließlich die aktuellen Antragsformulare.
Antragsfrist ist der 31. Dezember 2015.

Im "Gemeinsamen Rundschreiben" (Stand: Oktober 2015) finden Sie wichtige Hinweise zur Antragstellung.

Helfen Sie mit, das Antragsverfahren zu beschleunigen: Bitte füllen Sie die Antragsformulare vollständig aus.


Gemeinsames Rundschreiben sowie Liste der Ansprechpartner der Krankenkassen auf der Bundesbene: www.vdek.com

Förderschwerpunkte der Krankenkassen auf Bundesebene 2016: www.bag-selbsthilfe.de

Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich benötigen für die Beantragung von Fördermitteln bei den gesetzlichen Krankenkassen ein eigenes Konto. Fördermittel dürfen nur noch auf ein für die Zwecke der Selbsthilfegruppe seperates Konto überwiesen werden (vergleiche Absatz 4.5.3 Leitfaden zur Selbsthilfeförderung 2013).

Bitte informieren Sie sich darüber in unserem Bereich Informationen in der Rubrik: Praxiswissen – Bankkonto 

§ 20h SGB V (bis 31.12.2015 § 20c) ist die Grundlage für die Förderung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe durch die Krankenkassen und ihre Verbände.

§ 20h SGB V Förderung der Selbsthilfe
Gültig ab 1.1.2016

§ 20c Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – Förderung der Selbsthilfe
Gesetzestext mit Kommentar | März 2007