ROTE ADRESSEN – Selbsthilfeunterstützung in Deutschland
Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungsstellen auf örtlicher / regionaler Ebene
Die Datenbank ROTE ADRESSEN der NAKOS
Die NAKOS betreibt seit 1988 die Datenbank „ROTE ADRESSEN“. In dieser Datenbank werden Kontaktdaten von Einrichtungen der Selbsthilfeunterstützung auf örtlicher / regionaler Ebene und Informationen über ihre Merkmale und ihre Angebote für die Vermittlung und die Beantwortung von Anfragen aufbereitet. Der Aufnahme in diese Datenbank sowie in die entsprechende öffentlich zugängliche Datenbank im Internet legt die NAKOS Kriterien zugrunde, die im Folgenden dargestellt werden.
Zweck der Datenbank ROTE ADRESSEN
Die ROTEN ADRESSEN eröffnen interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang zu Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen auf örtlicher / regionaler Ebene. Diese haben einen Überblick über alle bekannten Selbsthilfegruppen vor Ort. Sie informieren sowohl über Selbsthilfegruppen, die gesundheitliche Problemstellungen bearbeiten, als auch über solche mit psychosozialen und sozialen Problemstellungen bzw. entsprechenden Anliegen. Sie vermitteln in Gruppen und bieten ebenso Unterstützung und Beratung bei Gruppengründungen sowie bei der laufenden Gruppenarbeit an.
Die strukturierten Kontaktdaten und Informationen ermöglichen die gezielte Suche und Kontaktaufnahme. Ebenso können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Versorgungseinrichtungen einen Überblick gewinnen und die Datenbank für den Austausch, eine Zusammenarbeit oder die Kontaktvermittlung nutzen.
Wer wird in die Datenbank ROTE ADRESSEN aufgenommen?
Der Aufnahme in die Datenbank / Broschüre „ROTE ADRESSEN – Selbsthilfeunterstützung in Deutschland – Selbsthilfekontakt- und Selbsthilfeunterstützungsstellen auf örtlicher / regionaler Ebene“ legt die NAKOS Strukturmerkmale und Elementarstandards der fach-, themen- und trägerübergreifenden Selbsthilfeunterstützung zugrunde.
Damit wird ein klares Profil der Datenbank „ROTE ADRESSEN“ erreicht und den Nutzer/innen eine verlässliche Orientierung über das Unterstützungsangebot der aufgeführten Einrichtungen ermöglicht.
Voraussetzung für die Aufnahme einer Einrichtung ist, dass die im Folgenden aufgeführten Kriterien erfüllt werden.
Strukturmerkmale und Elementarstandards der fach-, themen- und trägerübergreifenden Selbsthilfeunterstützung
Die in den ROTEN ADRESSEN aufgeführten Einrichtungen
- bieten einen Überblick, Informationen und Aufklärung über Selbsthilfegruppen und vermitteln auf der Basis einer umfassenden themenübergreifenden Adressensammlung Kontakte zu allen bekannten gesundheitsbezogenen, psychosozialen und sozialen Selbsthilfegruppen am Ort bzw. in der Region
- stehen mit ihrem Angebot allen Interessierten offen
- haben Ansprechpersonen für die Arbeitsaufgabe der Selbsthilfeunterstützung fest benannt
- sind für Interessierte zeitlich geregelt erreichbar bzw. haben feste Sprechzeiten eingerichtet
- arbeiten nicht gewinnorientiert. (Das heißt nicht, dass die Angebote immer kostenfrei sein müssen. Es können zum Beispiel Unkostenbeiträge für Raummiete, Kopierernutzung und ähnliches erhoben werden.)
Bei Neuaufnahmewünschen wird zur Klärung ein Erhebungsbogen verschickt, in dem von der Einrichtung kenntlich gemacht und durch Unterschrift bestätigt werden muss, dass die Aufnahmekriterien erfüllt werden.
Bei der jährlichen Aktualisierungsbefragung wird von allen in der Datenbank geführten Einrichtungen erneut verlangt, die Erfüllung der Strukturmerkmale und Elementarstandards der fach-, themen- und trägerübergreifenden Selbsthilfeunterstützung kenntlich zu machen und zu bestätigen.
Verschiedene institutionelle Formen von Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen
Die Selbsthilfeunterstützung in Deutschland gibt es in zwei verschiedenen institutionellen Formen: als Hauptaufgabe (HA) durch Selbsthilfekontaktstellen und als Nebenaufgabe (NA) durch Selbsthilfeunterstützungsstellen.
Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungsstellen können eine oder mehrere Außenstelle/n unterhalten. Zusätzlich können sie auch an anderen Orten regelmäßige Außensprechstunden anbieten.
Die Einrichtungen werden gebeten, die Form ihrer Unterstützungseinrichtung (Selbsthilfekontaktstellen / Hauptaufgabe; Selbsthilfeunterstützungsstelle / Nebenaufgabe) selbst zu charakterisieren.
Charakteristik der institutionellen Form „Selbsthilfekontaktstelle (Hauptaufgabe)“
Selbsthilfekontaktstellen sind eigenständige professionelle Beratungseinrichtungen. Sie arbeiten fach-, themen- und trägerübergreifend auf örtlicher und regionaler Ebene. Sie verfügen über hauptamtliches Personal, Räume und Ressourcen. Selbsthilfekontaktstellen erbringen in aller Regel umfassende Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Die institutionelle Form Selbsthilfekontaktstelle (Hauptaufgabe) und der Status des Angebots (Außenstelle/n / Außensprechstunden) werden von der NAKOS in der Datenbank kenntlich gemacht.
Charakteristik der institutionellen Form „Selbsthilfeunterstützungsstelle (Nebenaufgabe)“
Selbsthilfeunterstützungsstellen arbeiten fach-, themen- und trägerübergreifend und auf örtlicher und regionaler Ebene. Sie sind keine eigenständigen professionellen Beratungseinrichtungen, sondern die Unterstützungsarbeit ist als Nebenaufgabe in bestehende andere Arbeitsbereiche integriert. Dies ermöglicht in aller Regel nur begrenzte Angebote. Selbsthilfeunterstützungsstellen gibt es zum Beispiel bei Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden, Volkshochschulen, Universitäten oder kommunalen Behörden und Ämtern.
Die institutionelle Form Selbsthilfeunterstützungsstelle (Nebenaufgabe) und der Status des Angebots (Außenstelle/n / Außensprechstunden) werden von der NAKOS in der Datenbank kenntlich gemacht.
Der Terminus „Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen“ wird von der NAKOS als Sammelbegriff verwendet, mit dem sowohl Selbsthilfekontaktstellen (Hauptaufgabe) mit ihren Außenstellen und Außensprechstunden als auch Selbsthilfeunterstützungsstellen (Nebenaufgabe) mit ihren Außenstellen und Außensprechstunden zusammenfassend bezeichnet werden.
Eine ausführliche Beschreibung der institutionellen und fachlichen Standards von Selbsthilfekontaktstellen (Hauptaufgabe) hat der Fachverband der Selbsthilfeunterstützung und -förderung, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V., in der Broschüre „Selbsthilfekontaktstellen: Empfehlungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. zu Ausstattung, Aufgabenbereichen und Arbeitsinstrumenten“ veröffentlicht (Gießen, 2001).
Download: www.nakos.de/site/data/DAGSHG_2001EmpfSHKS.pdf
Die NAKOS behält sich die Entscheidung über eine Aufnahme in die Datenbank ROTE ADRESSEN vor. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Hinweise zu Urheberrechten und Nutzungsbedingungen der Datenbanken der NAKOS finden Sie hier: www.nakos.de/site/datenbanken/urheberrechte/
Hinweise zum Datenschutz finden Sie hier: www.nakos.de/site/datenschutz/
Bitte beachten Sie: Die Aufnahme in die Datenbank beinhaltet keine Beurteilung der Qualität der Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützungsstellen. Auch kann aus einer Aufnahme kein Anspruch auf Förderung nach Paragraph 20 c Fünftes Sozialgesetzbuch, Paragraph 31 Absatz 1 Nr. 5 Sechstes Sozialgesetzbuch oder Paragraph 45 d Elftes Sozialgesetzbuch abgeleitet werden.
Ebenso ergibt sich aus der Aufnahme in die Datenbank keine Mitgliedschaft bei der NAKOS beziehungsweise bei der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG). Eine Mitgliedschaft bei der DAG SHG, dem Träger der NAKOS, ist gleichwohl erwünscht. Informationen hierzu und eine Beitrittserklärung finden Sie auf der Interseite der DAG SHG in der Rubrik „Wir über uns“ unter „Mitgliedschaft“: www.dag-shg.de/site/wir_ueber_uns/mitgliedschaft/.
Wenn Sie an einer Aufnahme in die Datenbank ROTE ADRESSEN interessiert sind oder weitere Informationen über die Arbeit der NAKOS wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt auf:
NAKOS
Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Wilmersdorfer Straße 39
10627 Berlin
Telefon: 030 / 31 01 89 60
Fax: 030 / 31 01 89 70
E-Mail: selbsthilfe@nakos.de
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