Selbsthilfe in Deutschland
In den letzten Jahren ist die Selbsthilfe zu einer "vierten Säule" im System gesundheitlicher Versorgung herangewachsen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Problembewältigung, insbesondere chronisch Kranker und Behinderter, aber auch von Menschen mit psychosozialen Problemen.
Durch psychosoziale Unterstützung außerhalb der Familie wird die Bewältigung von Krankheiten und psychosozialen Problemen möglich. Selbsthilfegruppen bieten Hilfestellungen für die Alltagsbewältigung und geben emotionale Unterstützung. Erfahrungswissen über Krankheiten oder besondere Lebensprobleme wird aus der Sicht von Betroffenen weitergetragen. Betroffene informieren sich gegenseitig über Behandlungsmöglichkeiten, Therapien oder geeignete Medikation.
Die zunehmende Verbreitung und gesellschaftliche Anerkennung der Selbsthilfe führt in jüngster Zeit auch zu vermehrter Beteiligung von Selbsthilfe- und Patientenvertretern in Beratungsgremien des Gesundheitswesens.
Verbreitung
Deutschland nimmt bezüglich der Verbreitung von Selbsthilfegruppen eine Spitzenposition innerhalb Europas ein.
Gängigen Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland mittlerweile zwischen 70.000 und 100.000 Selbsthilfegruppen zu fast jedem gesundheitlichen und sozialen Themenbereich. Eine eindeutige Zuordnung der Selbsthilfegruppen zu gesundheitlichen beziehungsweise sozialen Themenbereichen fällt dabei schwer, da die Grenzen vielfach fließend sind.
Strukturen
Die Selbsthilfelandschaft, die sich in Deutschland bis heute sowohl von ihren Strukturen als auch von ihren Inhalten herausgebildet hat, ist sehr differenziert und vielfältig. Es existieren eine Vielzahl verschiedener Formen unterschiedlichen Formalisierungsgrades: Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen.






















