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Selbsthilfe unterstützen

Betroffenheit und informelle Hilfeleistung zählen zu den zentralen Kennzeichen im Selbstverständnis und in der Definition der Selbsthilfe. Engagement in Selbsthilfegruppen ist motiviert durch "Hilfe für sich selbst und andere".

Trotz des freiwilligen Charakters der Selbsthilfe benötigt diese kontinuierliche Unterstützung von außen, um ihre volle Kraft dauerhaft entfalten zu können.

Selbsthilfefördernde Rahmenbedingungen tragen ganz wesentlich dazu bei, dass Selbsthilfe sich entfaltet, dass Interessierte Zugangswege zu Selbsthilfegruppen finden und auch, dass Selbsthilfegruppen ihre selbst gesteckten Ziele erreichen können.

Neben Selbsthilfeorganisationen, die themenspezifisch zu einem bestimmten Indiaktionsgebiet oder einer bestimmten Problemstellung arbeiten (zum Beispiel Allergie- und Asthmabund, Oesteoporose-Selbsthilfeverband, Verband alleinerziehender Mütter und Väter) und Hilfestellungen geben, bieten Selbsthilfekontaktstellen vor Ort themenübergreifend und indikationsgruppenübergreifend Informationen und Beratung, ebenso wie Gruppenräume und weitere organisatorische Hilfen für Selbsthilfegruppen oder in der Gründung befindlichen Gruppen an.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Beitrag von Raimund Geene, Ellis Huber, Jutta Hundertmark-Mayser, Bettina Möller-Bock und Wolfgang Thiel.
In: Robert-Koch-Institut (Herausgeber): Selbsthilfe. Bundesgesundheitsblatt Band 52, Heft 1/09. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, Seiten 11-20
Beitrag in NAKOS Studien l Selbsthilfe im Überblick 2 l Zahlen und Fakten 2008.
Beitrag von Jürgen Stremlow im selbsthilfegruppenjahrbuch 2006
Selbsthilfeorganisationen arbeiten themenspezifisch zu einem medizinischen oder (psycho)sozialen Indikationsgebiet (zum Beispiel Krebs, Rheuma, Alleinerziehende).
Sie sind stark außenorientiert und bieten gewöhnlich fachliche Beratungen, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen auch für Nicht-Mitglieder. Häufig haben Selbsthilfeorganisationen auch spezielle Angebote für Angehörige.
Zwischen der Selbsthilfe und Fachleuten in der Gesundheitsversorgung (Ärzten und Ärztinnen, Therapeutinnen und Therapeuten, Beratungsstellen, Kliniken, Krankenkassen) gibt es vielfältige Kontakte, angeregt und befördert durch Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen, aber auch durch Selbsthilfekontaktstellen, die sich hier als Mittler zwischen der Selbsthilfeseite und dem professionellen Versorgungssystem verstehen.
In-Gang-Setzer sind ehrenamtliche Mitarbeiter der lokalen Selbsthilfe-Kontaktstellen. Sie unterstützen neue und aktive Selbsthilfegruppen in der Gründungsphase und in Krisensituationen. Dabei bringen sich die In-Gang-Setzer nicht in den thematischen Austausch der Gruppe ein. Ihr Engagement ist zeitlich begrenzt: Sie helfen den Teilnehmern nur, zusammen zu finden und miteinander zu reden. In-Gang-Setzer geben Starthilfe zur Selbsthilfe. Die örtlichen Selbsthilfe-Kontaktstellen schulen und begleiten die In-Gang-Setzer.
Hier finden Sie Informationen zum bundesweiten Modellprojekt
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