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Fachtagung

"Neue Medien – Neue Selbsthilfe?!" – Berlin 23.11.2010

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Plenum beim Fachtag "Neue Medien – Neue Selbsthilfe?!"

Fotos: Diego Vasquez © NAKOS

Rund 200 Selbsthilfeaktive, -förderer und -unterstützer waren am 23. November 2010 nach Berlin gekommen, um die Rolle und die Chancen der neuen Medien für die Selbsthilfe zu erörtern. Bei der Fachtagung "Neue Medien – Neue Selbsthilfe?!" wurden zudem Ergebnisse aus dem NAKOS-Projekt „Selbsthilfe und Neue Medien“ präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die Veranstaltung wurde von der NAKOS in Kooperation mit dem AOK Bundesverband, der BARMER GEK und dem BKK Bundesverband durchgeführt.

Nachfolgend dokumentieren wir die Referate und Inputs der Veranstaltung.

Referent
Rüdiger Meierjürgen, BARMER GEK
"Die virtuellen Aktivitäten der Selbsthilfevereinigungen können sich zu einem wichtigen Gegengewicht zu den unzähligen Gesundheitsseiten im Internet mit kommerziellen Interessen entwickeln."
Jutta Hundertmark-Mayser, NAKOS
"Virtuelle Selbsthilfe kann Lücken in der Selbsthilfeinfrastruktur schließen und eine wichtige Ergänzung zur herkömmlichen Gruppenselbsthilfe sein."

Plenum:

Referent
Holger Preiß, Diplompädagoge, Würzburg
"Virtuelle Selbsthilfe ist keine geringer wertige Form von Selbsthilfe. Sie bietet Selbsthilfe für Personengruppen, die nicht an einer Face-to-Face-Selbsthilfegruppe teilnehmen würden."
Andreas Renner, BAG SELBSTHILFE
"Neue Medien sind neue Instrumente für die interne und externe Kommunikation von Selbsthilfeorganisationen, die der Selbsthilfe beim Umgang mit diesen neuen Anforderungen hilfreich sein können."
Referentin
Miriam Walther, NAKOS
"Betroffenenaustausch im Internet weist zentrale Merkmale gemeinschaftlicher Selbsthilfe auf: Nutzerinnen und Nutzer tauschen sich auf Augenhöhe aus, sammeln Informationen und unterstützen sich gegenseitig."

AG 1: Datenschutz und Rechtsfragen

Referenten
Rüdiger Meierjürgen, BARMER GEK
"Es gibt ein Dilemma zwischen leichter Zugänglichkeit und Offenheit einerseits und zahlreichen Risiken andererseits – vom Datenschutz bis hin zur Qualität der Information."
Ulf Röllinghoff, VulvaKarzinom-SHG e. V.
"Wer eine Plattform für den Erfahrungsaustausch über das Internet anbietet, muss Fallstricke im Zusammenhang mit dem Datenschutz, dem Urheberrecht und dem Haftungsrecht vermeiden, um keine teuren Überraschungen zu erleben."
Referent
Markus Pleyer, PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin e.V.
"Daten dürfen ausschließlich für den Zweck verwendet werden, für den sie erhoben wurden."

AG 2: Was macht ein gutes Selbsthilfeangebot im Internet aus?

Referentin
Miriam Walther, NAKOS
"Die Anbieter müssen ihre Verantwortung für Inhalte und Stil der Kommunikation in Foren und Chats aktiv ausfüllen."

AG 3: "Wege zueinander" – Wie können virtuelle und traditionelle Selbsthilfe miteinander verbunden werden?

Referentin
Margot Wehmhöner, BKK Bundesverband
"Die nachrückenden Generationen verstehen nicht die Skepsis der heutigen 50-plus-Generation, die sich eher weniger vorstellen kann, dass ein virtueller Kontakt die gleiche emotionale Qualität haben soll wie ein persönliches Gespräch."
Björn H. Sommer, Adipositas-Portal
"Online Selbsthilfe ist keineswegs eine Erweiterung der klassischen Selbsthilfe. Vielmehr ist sie eine eigenständige Form, die nur in Teilen Schnittmengen mit der klassischen Selbsthilfe bietet."
Referenten
Hildegard Metzger, Volker Elsner, INTAKT
"Für unser Forum haben wir ehrenamtliche ModeratorInnen gefunden und geschult, die zum Großteil auch selbst Betroffene sind und daher eine hohe Affinität zu den dort behandelten Themen aufweisen."

Abschlussplenum:

Referenten
Jutta Hundertmark-Mayser, NAKOS
"Es gilt, Räume zu schaffen, die virtuell Aktiven einen einfachen Zugang zur herkömmlichen Selbsthilfe ermöglichen. Ein gut auffindbares themenübergreifendes Portal könnte eine solche Brücke sein."

Hinweis: Alle Fotos unterliegen dem Copyright © NAKOS

Weiterführende Informationen zum Thema:

Eine Orientierungshilfe. Band 5 der NAKOS-Reihe Konzepte und Praxis
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