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Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten

Obwohl mittlerweile 18,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland laut Statistischem Bundesamt einen Migrationshintergrund haben, finden und fanden viele von ihnen bis heute nicht den Weg zur Selbsthilfe als Form bürgerschaftlichen Engagements und der Lebensalltagsbewältigung.

Der Austausch und die Zusammenarbeit in Selbsthilfegruppen, wie sie in Deutschland in großer Vielfalt bestehen, ist für viele hier lebende Migrantinnen und Migranten unterschiedlichster Nationalitäten nahezu unbekannt. Hinzu kommt, dass die unterschiedliche Sprache und die unterschiedlichen Sprachebenen spezielle Probleme für Menschen aus anderen Kulturkreisen darstellen.

Wir präsentieren Ihnen hier eine Auswahl von aktuellen Aktivitäten im Feld der gemeinschaftlichen Selbsthilfe von und für Migrant/innen.

Neue Fachbroschüre der KISS Hamburg (2014)

Seit 2008 führte KISS Hamburg das Projekt "Weiterentwicklung der Selbsthilfeunterstützung für Migrantinnen und Migranten in Hamburg" mit dem Ziel der Interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe durch. In der Broschüre zum Abschluss des Projektes wird anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis aufgezeigt, welche Erfahrungen bei der Umsetzung der einzelnen Projektschritte gemacht und wie nachhaltige strukturelle Veränderungen initiiert wurden. Die schriftliche Dokumentation spiegelt einerseits die Arbeit wider, die im Rahmen des sechsjährigen Projektes geleistet wurde, und gibt zum anderen sehr praktische Hinweise für die Umsetzung Interkultureller Öffnung im Bereich der Selbsthilfe.

Weitere Informationen und Broschüre zum Download: http://kiss-hh.de

Veranstaltungsreihe des Selbsthilfe-Büro Niedersachsen zusammen mit örtlichen Selbsthilfekontaktstellen unter dem Motto „Komm wer immer du bist“. (2013/2014)

Das Projekt „Selbsthilfe und Integration“ setzte an den Punkten „Vernetzung“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ an. Zwischen Mai 2013 und Juli 2014 organisierten örtliche Selbsthilfekontaktstellen unter dem Motto „Komm wer immer du bist. Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen“ gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern aus dem Integrationsbereich jeweils eine Veranstaltung in ihrem Landkreis. Das Thema, die Teilnehmer/innen und die Art der Veranstaltung orientierten sich an den jeweiligen Voraussetzungen vor Ort. Das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen plante, vernetzte, moderierte und unterstützte das Gesamtkonzept der Veranstaltungsreihe sowie die Veranstaltungsplanung vor Ort durch eine Reihe von Dienstleistungen und landesweite Aktivitäten.

Parallel dazu wurde die Öffentlichkeitsarbeit des Selbsthilfe-Büros Niedersachsen weiterentwickelt. Im Laufe des Projektes wurden die Informationen der Website des Selbsthilfe-Büros Niedersachsen, www.selbsthilfe-buero.de, auf verschiedene Sprachen erweitert und und Hinweise auf Selbsthilfe-Kontaktstellen, die in diesen Sprachen Beratung anbieten, aufgenommen.

Zu dem Projekt entstand eine eigene Internetseite: www.selbsthilfe-und-integration.de

Informationen und Kontakte aus Berliner Selbsthilfekontaktstellen. Broschüre (Neuauflage 2014)

Titelbild der Publikation

Berlin bietet ein buntes Bild an Selbsthilfeorganisationen im Migrationsbereich. Menschen engagieren sich, um ihre Kultur zu bewahren, Hilfsangebote für Landsleute aufzubauen, Sport zu treiben oder um einfach eine Anlaufstelle für Begegnung und Austausch zu sein. Eigentlich eine gute Voraussetzung, auch bei persönlichen Problemlagen den eigenverantwortlichen Austausch zu suchen.

Diese Broschüre möchte einen Einblick in die bereits bestehende migrationsbezogene Selbsthilfearbeit im Rahmen der Selbsthilfekontaktstellen Berlins geben. Sie informiert darüber, was Selbsthilfe meint und vor welchen Herausforderungen dieses Konzept des eigenverantwortlichen Gesundheitsengagements steht, wenn es um seine Umsetzung für, mit und von Migrantinnen und Migranten geht. Es werden Beispiele gelungener Selbsthilfearbeit vorgestellt.

Die Broschüre steht zum Download zur Verfügung unter www.sekis-berlin.de

Ein Leitfaden für Selbsthilfegruppengründung von Migrantinnen und Migranten.
Herausgegeben vom Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen e.V. (2013).

Titelbild der Publikation

Rund 15 Millionen Menschen mit nicht-deutscher Herkunft leben in Deutschland. Viele von ihnen sind besonders belastet, zum Beispiel durch Armut, soziale Isolation oder wegen der schwierigen Umstände, unter denen sie ihre Heimat verlassen mussten. Dennoch suchen nur Wenige Hilfe in einer Selbsthilfegruppe. Denn die deutsche Sprache in den 'normalen' Selbsthilfegruppen ist häufig eine Hürde. Viele Selbsthilfekontaktstellen erleben, dass ein Bedarf nach Selbsthilfegruppen in fremden Sprachen besteht, es finden sich aber nur selten Initiatoren für die Gruppengründung und daher verlaufen die Bemühungen häufig im Sande.

Auch beim Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen e.V. wurde dieser Bedarf an migrantischen Selbsthilfegruppen wahrgenommen und die Bremer machten sich auf die Suche nach einer Methode, mit der es gelingen könnte, auch Migrantinnen und Migranten die Selbsthilfe näher zu bringen.

Eine Ausbildung von gut integrierten Migrantinnen und Migranten als Vermittlerinnen und Vermittler, erwies sich als gute Starthilfe für neue Selbsthilfegruppen in fremden Sprachen oder mit Menschen aus bestimmten Kulturkreisen. Diese wertvolle Methode auch anderen Kontaktstellen zu vermitteln ist das Ziel des aktuellen Projektes „Migrationsbezogene Selbsthilfearbeit in Kontaktstellen“, das durch den BKK Bundesverband mitgetragen wird.

Weitere Informationen und den Leitfaden zum Download finden Sie hier:
www.netzwerk-selbsthilfe.com/migration-selbsthilfe.html

Entwicklung einer türkischsprachigen DVD durch die Selbsthilfe-Kontaktstelle Warendorf (2012)

Gemeinsam mit der Gesundheitsselbsthilfe NRW, der AOK NordWest und AOK Rheinland-Hamburg wurde eine DVD konzipiert für die alternative Ansprache von türkischen Migrantinnen und Migranten konzipiert und produziert. Die DVD „Selbsthilfe baut Brücken“ ist komplett zweisprachig (Redebeiträge in Türkisch, Untertitel in Deutsch), erklärt Selbsthilfe mit einer besonderen Animationstechnik und bietet Erläuterungen von Fachärzten, authentische Aufnahmen aus bestehenden Selbsthilfegruppen und ein interaktives Menü.

Die DVD will dazu beitragen, interkulturelle Barrieren zu überwinden und dabei behilflich sein, dass sich türkische Bürgerinnen und Bürger stärker in Selbsthilfegruppen einbringen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.selbsthilfe-warendorf.de

Illustration

Selbsthilfe bei Migrantinnen und Migranten fördern und unterstützen. Anregungen und Beispiele für Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfe-Unterstützungseinrichtungen.
2. Auflage, NAKOS 2012

Übersicht über überregional tätige Migranten(dach)organisationen herausgegeben von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (2012).

Titelbild der Publikation

Die Broschüre enthält Informationen zu 32 Migrantenorganisationen, die als überregional arbeitende Dachverbände und Netzwerke in Deutschland aktiv sind. Die von den Organisationen selbst erstellten Kurzpräsentationen informieren in alphabetischer Reihenfolge unter anderem über deren Entwicklungsgeschichte und Tätigkeitsschwerpunkte. Weitere Vereinigungen werden mit ihren Kontaktdaten aufgeführt.

Die 100-seitige Broschüre wurde von Mozaik, einer gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs- und Beraungsangebote in Bielefeld, im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration erstellt.

Sie können die Broschüre bestellen oder als PDF-Datei herunterladen:
www.bundesregierung.de

Titelfoto

Gemeinschaftliche Selbsthilfe und Migration
NAKOS 2012

Kulturelle Vielfalt als Herausforderung für die medizinische Versorgung
Jahrestagung des Deutschen Ethikrates (2010)

Mit seiner zweiten Jahrestagung wandte sich der Deutsche Ethikrat 2010 einem Thema außerhalb des Bereichs der Biomedizin und der damit verbundenen bioethischen Fragestellungen zu. In Deutschland leben rund 16 Millionen Menschen mit einem sogenannten „Migrationshintergrund“ (Mikrozensus 2009). Das Verständnis von Krankheit und Gesundheit ist kulturell unterschiedlich geprägt und kann Einfluss auf das Gesundheitsverhalten sowie auf medizinische Therapieentscheidungen haben. Für den Gesundheitszustand wie für die adäquate Nutzung der zur Verfügung stehenden medizinischen Angebote sind weniger die Nationalität oder der Zeitpunkt der Zuwanderung entscheidend als vielmehr der soziale und kulturelle Kontext, in dem sich die Betreffenden bewegen, sowie Form und Verlauf der Interaktion, die sie mit dem deutschen Gesundheitssystem eingehen.

Link zum Download: www.ethikrat.org/dateien/pdf/tagungsdokumentation-migration-und-gesundheit.pdf

 

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Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen – Angebote in fremden Sprachen
NAKOS Studien | Selbsthilfe im Überblick | Zahlen und Fakten 2011/2012 | Kapitel 1.8 | 2013

Selbsthilfegruppen und Migration
Einblicke und Überlegungen aus dem Feld der Selbsthilfe und der Arbeit von Selbsthilfekontaktstellen.
Wolfgang Thiel (NAKOS) | 2009

Selbsthilfeorganisationen und -vereinigungen – Angebote für und Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund
NAKOS Studien | Selbsthilfe im Überblick 2 | Zahlen und Fakten 2008 | Kapitel 2.3 | 2010

Projekt Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen
Selbsthilfe-Büro Niedersachsen
NAKOS INFO 109 | 2013

Projekt Selbsthilfe und Integration in Niedersachsen
Dörte von Kittlitz, Tanja Pantazis, Tülin Colakgil | 2015

Migrantenselbstorganisationen in Deutschland – Handlungsorientierung und Angebote
NAKOS Studien | Selbsthilfe im Überblick 2 | Zahlen und Fakten 2008 | Kapitel 4.3 | 2010

Gesundheitsbezogene Selbsthilfe bei Menschen mit Migrationshintergrund
Chancen, Barrieren, Potenziale
Christopher Kofahl, Jan Hollmann und Bettina Möller-Bock | 2009

Angebote für und Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund
NAKOS Studien | Selbsthilfe im Überblick 1 | Zahlen und Fakten 2007 | Kapitel 2.4

Wie Selbsthilfe noch bunter wird
Sabine Bütow und Imke Boidol | 2014

Zu Hause in der Fremde
Themenheft G+G Spezial vom AOK-Bundesverband, Ausgabe 11, 2007