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Selbsthilfe und Corona

Beispiele und Praxistipps | Stand: 26. Mai 2020

Frühsommer 2020: Die Corona-Pandemie beeinflusst auch die gemeinschaftliche Selbsthilfe seit Mitte März stark. Selbsthilfekontaktstellen waren geschlossen und nur telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Gruppentreffen und der vertraute persönliche Austausch konnten nicht stattfinden. Soweit möglich, nutzen Selbsthilfegruppen seither digitale Möglichkeiten, um miteinander im Kontakt zu bleiben.

Seit Mai zeichnen sich Lockerungen ab, die regional sehr unterschiedlich sind. Selbsthilfekontaktstellen öffnen wieder für persönliche Beratungen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Selbsthilfegruppen bereiten sich auf die Wiederaufnahme ihrer Gruppentreffen vor und entwerfen Empfehlungen dafür.

Welche Formen des persönlichen und digitalen Austauschs für einzelne Gruppen geeignet sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Teilnehmende mit chronischen körperlichen Erkrankungen oder Behinderungen, die zur so genannten Risikogruppe gehören, müssen sich in besonderer Weise vor einer möglichen Infektion schützen. Für andere, etwa Suchtkranke und psychisch Erkranke, bedeutet gerade die erzwungene soziale Isolation und der Wegfall von Gewohnheiten eine zusätzliche Belastung. Weiter spielen die unterschiedlichen Vorgaben von Behörden, Trägern oder Vermietern natürlich eine Rolle, die sich auch kurzfristig ändern können.

Wir veröffentlichen auf dieser Seite unter anderem Empfehlungen für den virtuellen Austausch wie auch für die Wiederaufnahme persönlicher Treffen. Außerdem präsentieren wir Beispiele, wie Selbsthilfegruppen und Selbsthilfekontaktstellen mit der Corona-Krise umgehen.

Aktuell haben einzelne Selbsthilfekontaktstellen ihren Betrieb wieder aufgenommen.

In diesem Bereich haben wir die uns bisher vorliegenden Informationen aus verschiedenen Bundesländern zusammengestellt.

Gerne ergänzen wir die Zusammenstellung durch weitere aktuelle Informationen, die uns übermittelt werden.

Baden-Württemberg 18.5.2020
In der ab 18. Mai geltenden Fassung der Corona-Verordnung ist nun in § 3 Abs. 3 Nr. 4 eine Ausnahme von der 5-Personenregel für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe im Sinne von § 20h des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgesehen, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen im Sinne von § 4 Absatz 3 getroffen werden (insbes. Abstandsgebot).
Die Verordnung des Landes Baden-Württemberg

Quelle: SEKIS Baden-Württemberg

Bayern 25.5.2020
Aufgrund des Coronavirus können Gruppentreffen derzeit nicht stattfinden. In einem Antwortschreiben der Ehrenamtsbeauftragten Bayerns heißt es "Reine Selbsthilfegruppen sind aufgrund des geschlossenen kleinen Kreises, und da bei den Teilnehmern keine beruflichen oder dienstlichen Belange betroffen sind, an den allgemeinen Kontakt-beschränkungen zu messen". Hinweise für Selbsthilfegruppen in Bayern

Quelle: SEKO Bayern

Berlin 18.5.2020
Die Selbsthilfe Kontaktstellen in Berlin bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor. Ab Montag, 18.05.2020, werden schrittweise die bezirklichen Selbsthilfekontaktstellen wieder für Selbsthilfegruppen öffnen. Dabei sind Schutzvorkehrungen zu beachten und Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten, die den Gruppensprecher*innen vorab mitgeteilt werden.
Pressemitteilung der Senatsverwaltung Berlin vom 15.05.2020

Empfehlungen für ein Corona-Schutzkonzept

Quelle: SEKIS Berlin

Nordrhein-Westfalen
Selbsthilfegruppen dürfen sich unter bestimmten Voraussetzungen wieder treffen
Informationen vom 15.05.2020

Quelle: KOSKON NRW

Niedersachsen
Sperre für persönliche Treffen in Selbsthilfegruppen bleibt noch bestehen
Auskunft des Krisenstabes Niedersachsen vom 11.05.2020

Quelle: Selbsthilfe-Büro Niedersachsen

Erste Stimmen von Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeorganisationen

Die NAKOS und das Gesunde-Städte-Netzwerk haben eine Umfrage begonnen, wie Menschen mit erhöhtem Schutzbedarf wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und Selbsthilfegruppen ihre Arbeit aufnehmen können.

18. Mai 2020, Bayern
Eine Selbsthilfekontaktstelle beschreibt unter anderem folgende Maßnahmen und Empfehlungen für die Gruppentreffen: "Da die Gruppenräume klein sind, müssen sich die Gruppen teilen und sich evtl. 14tägig in wechselndem Rhythmus treffen oder zu unterschiedlichen Zeiten. SHG planen für besonders vulnerable Teilnehmende aus ihren Gruppen Fahrdienste zu organisieren. Wir empfehlen, dass Teilnehmende, die sich nicht zu den Treffen trauen, per Video oder Telefon dazu geschaltet werden."

18. Mai 2020, Berlin
Die Berliner Selbsthilfekontaktstellen geben in Stichworten wieder, wie vielseitig das Engagement ist, damit besonders schutzbedürftige Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können: "Angebote von Nachbarschaftsinitiativen/ Freiwilligendiensten, Telefonate (SHG-Mitglieder untereinander, SHK-Mitarbeiter*innen mit SHG-Mitgliedern), Telefonkonferenzen (eingerichtet von SHG selbst oder über SHK), Info-Briefe (von SHG oder SHK), Post (Projektidee Selbsthilfe-Briefe: 1 Person beginnt Brief mit kleinem Absatz, schickt ihn weiter, nächste Person ergänzt aus ihrem Alltag usw. Brief wird herumgeschickt; Finanzierung, Datenschutz und Umsetzung klären), persönliche 1:1-Beratungen unter Einhaltung von bestimmten Maßnahmen, alternativ Video- und Telefonberatungen, gedruckte Zusammenstellung alternativer Beratungs- und Hilfe-Angebote (ggf. weitere Kurzbefragung zu Bedarfen von Menschen ohne Internet), …".

18. Mai 2020, Bayern
Zur Diskussion auf politischer Ebene erhalten wir folgende Nachricht: "Abgesehen von den zahlreichen Statements bundesweiter Netzwerke zu sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit und zu Präventionsketten sind Diskussionen in München im Rahmen des Forums Bürgerschaftliches Engagement hervorzuheben, in denen die Demokratiedebatte im Vordergrund steht – also eine indirekte Berücksichtigung der gesellschaftlichen Teilhabe Schutzbedürftiger. Teilhabeförderung durch verbesserte/subventionierte digitale Ausstattung Benachteiligter ist ein weiterer Diskussionspunkt."

18. Mai 2020, Baden-Württemberg
"Ab heute sind wieder Treffen von gesundheitsbezogenen Selbsthilfegruppen mit mehr als 5 Personen möglich", schreibt uns eine Selbsthilfekontaktstelle aus Baden-Württemberg.

18. Mai 2020, Mecklenburg-Vorpommern
KISS Schwerin öffnet ab dem 18. Mai 2020 wieder für Gruppentreffen. Ein Hygienekonzept wurde erarbeitet, telefonische Anmeldungen sind erforderlich, die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
Quelle: Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfekontaktstellen Mecklenburg-Vorpommern | www.selbsthilfe-mv.de

15. Mai 2020, Berlin
Die Senatverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales informiert, dass Stadtteilzentren, Nachbarschaftshäuser und Selbsthilfekontaktstellen ab dem 18. Mai 2020 schrittweise wieder öffnen. Der Verband für sozialkulturelle Arbeit sowie der Dachverband der Berliner Selbsthilfekontaktstellen (Selko) haben "Empfehlungen für ein Corona-Schutzkonzept" zusammengestellt.
Quelle: Sozialverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales | www.berlin.de

15. Mai 2020, Nordrhein-Westfalen
Die Behinderten- und Patientenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen äußerte sich gegenüber KOSKON NRW: "Aus der Zusammenschau ergibt sich, dass auch medizinisch indizierte Selbsthilfegruppe ihre Arbeit aufnehmen dürfen." Notwendige Vorkehrungen werden beschrieben.
Quelle: KOSKON NRW | www.koskon.de

15. Mai 2020, Nordrhein-Westfalen
Eine Selbsthilfekontaktstelle aus Nordrhein-Westfalen schreibt uns, dass die Vermieter Hygienekonzepte zur Nutzung entwerfen für die Räumlichkeiten, in denen sich Selbsthilfegruppen treffen. "Treffen unter freiem Himmel sind Treffen in Räumen vorzuziehen." Weiter beschreibt die Selbsthilfekontakstelle: "Aus einigen Gruppen haben wir die Rückmeldung, dass sie mit den neuen Kontaktmöglichkeiten durchaus zufrieden sind und eine schnellstmögliche Rückkehr zu persönlichen Treffen nicht anstreben, sondern den Aspekt des Schutzes für Risikogruppen für wichtiger halten."

13. Mai 2020, Bayern
Die Selbsthilfekoordination Bayern veröffentlicht die Antwort der bayerischen Ehrenamtsbeauftragten auf ihre Anfrage zu einer Exit-Strategie. Darin heißt es unter anderem: " Eine Selbsthilfegruppe besteht zumeist nicht aus dem genannten Personenkreis [= Angehörige des eigenen Hausstandes], so dass, unserer Ansicht nach, nach der derzeitigen Regelung weiterhin keine Zusammenkunft möglich ist.
Quelle: Selbsthilfekoordination Bayern | www.seko-bayern.de

13. Mai 2020, Niedersachsen
KIBIS Braunschweig informiert auf ihrer Internetseite, dass in Niedersachsen Selbsthilfegruppen wie andere Vereinigungen und Gruppen noch der Sperre von Zusammenkünften unterliegen. Diese dauere "nach heutigem Stand voraussichtlich bis 27.05.20".
Quelle: KIBIS Braunschweig | www.selbsthilfe-braunschweig.de

7. Mai 2020, Bayern
Aus Bayern erfahren wir, dass die zuständigen Staatsministerinnen angeschrieben wurden mit Fragen und Vorschlägen, wann und wie Selbsthilfegruppen sich wieder treffen können. Vorgeschlagen werden die Möglichkeit von Gruppentreffen und Fortbildungen zeitgleich mit der Öffnung der Schulen für Abschlussklassen. Weiter wird unter anderm eine Höchstzahl von 15 Personen für Gruppentreffen angeregt.

6. Mai 2020, Niedersachsen
Aus Niedersachsen schreibt uns eine Selbsthilfekontaktstelle: "Aus unserer Wahrnehmung kommen die Gruppen aus dem Bereich chronische Erkrankungen ganz gut mit der Situation klar, da die meisten sich nicht so häufig treffen. Und das heißt dann vielleicht, dass man bisher erst auf zwei Treffen verzichten musste. (...) Noch haben wir auch keine Vorstellung, wie die Öffnung hier laufen kann. (...) Die Suchtgruppen haben von ihren Schwierigkeiten berichtet und wünschen, dass wir uns für sie einsetzen. In der Regel nehmen die Teilnehmenden mindestens einmal die Woche teil, einige sogar häufiger. Die Teilnahme trägt enorm zur Stabilisierung bei. Für diese Gruppen sind 4-6 ausgefallene Treffen gleich ein deutlich größeres Problem und haben nach Rückmeldung zu vermehrten Rückfällen geführt. Die Gruppen treffen sich hier in sogenannten Freizeitheimen oder Kirchengemeinden, die sehr wahrscheinlich bis Ende August für die Allgemeinheit geschlossen bleiben. Gleiches stellt für die Teilnehmenden aus den Gruppen im Bereich psychische Probleme/Erkrankungen eine hohe Belastung dar."

4. Mai 2020, bundesweit
Die BAG SELBSTHILFE lehnt mit einer Pressemitteilung Forderungen ab, "wonach Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke oder Ältere zu ihrem eigenen Schutz langfristig unter Quarantäne gestellt werden sollten und dafür im Gegenzug für den Rest der Bevölkerung weitreichende Lockerungen gelten könnten".
Quelle: BAG SELBSTHILFE | www.bag-selbsthilfe.de

Beispiele von Selbsthilfeorganisationen

Die Beschränkungen anlässlich der Corona-Pandemie werden teilweise gelockert. Auch Selbsthilfegruppen hoffen, dass bald wieder Treffen möglich sind. Einzelne Selbsthilfeorganisationen haben Empfehlungen erarbeitet, wie sich Selbsthilfegruppen wieder treffen können.

Zu beachten ist, dass die Möglichkeiten von Gruppentreffen von verschiedenen Faktoren abhängt: den Vorgaben der zuständigen Behördern sowie der Vermieter der Gruppenräume, den räumlichen Begebenheiten und natürlich dem Personenkreis der Gruppenteilnehmenden.

Kreuzbund
"Empfehlungen des Kreuzbundes für Gruppentreffen während der Corona-Pandemie"
Stand: 7. Mai 2020

Blaues Kreuz Deutschland
"Was muss ich als Gruppenleitender tun, wenn ich wieder mit den Gruppentreffen meiner Blaukreuz-Gruppe beginnen möchte?" veröffentlicht unter "Hinweise zur Corona-Pandemie"
Stand: 7. Mai 2020

"Handlungsplan physische Kontakte unter Pandemiebedingungen Covid-19  für den Bereich der Sucht-Selbsthilfe "

Selbsthilfekontaktstellen sammeln Ideen zum Umgang mit der Krise – einige Beispiele

"Die Mutmach-Börse" (Bayern)
Die Selbsthilfekoordination Bayern (SeKo Bayern) hat "Die Mutmach-Börse" eröffnet. Selbsthilfeaktive können ihre Gedanken und Alltagsberichte, literarische Texte und Bilder einschicken. Diese werden dann auf der Internetseite von SeKo Bayern veröffentlicht.

Weitere Informationen: www.seko-bayern.de

"KISS Hamburg fürs Ohr"
Die Hamburger Selbsthilfekontaktstellen erstellen einen Podcast mit Wortmeldungen von Selbsthilfegruppen zur Corona-Krise. Unter dem Motto "KISS Hamburg fürs Ohr" können Selbsthilfeaktive mitteilen, wie es ihnen während der Kontaktbeschränkungen geht und wie sie sich trotzdem austauschen.

Weitere Informationen: www.kiss-hh.de

KIBIS Hannover blogt
Die Selbsthilfekontaktstelle KIBIS Hannover hat die Corona-Krise genutzt, um einen Blog zu starten. Die Mitarbeitenden geben einen Einblick in ihre Arbeit. Auch Selbsthilfeaktive beteiligen sich mit Beiträgen.

Weitere Informationen: blog.kibis-hannover.de

Weitere Informationen:
"Virtuelle Selbsthilfegruppen" (Schweiz)
Ein Blick ins Ausland: Viele Selbsthilfevereinigungen organisieren gerade eigene virtuelle Treffen. Selbsthilfe Schweiz, die dortige bundesweite Selbsthilfekontaktstelle, bietet zusätzlich einen virtuellen Austausch zu einzelnen Themen an, etwa zu "Isolation und Einsamkeit in Zeiten der Corona-Krise" oder für "Angehörige von chronisch kranken Personen und Risikogruppen".

Weitere Informationen: www.selbsthilfeschweiz.ch/corona

Weitere Beispiele
Einige Selbsthilfekontaktstellen fragen die örtlichen Gruppen nach ihren Ideen für den Umgang mit den Einschränkungen und Veränderungen während der Corona-Krise – hier exemplarisch einzelne Links:
www.paritaetischer.de/kreisverbaende/helmstedt
https://selbsthilfe-braunschweig.de/gemeinsam2020.html

Selbsthilfeaktive über ihren Umgang mit der Krise – einige Beispiele

Blog "angstfrei.news" (Deutsche Angst-Hilfe)
Die Deutsche Angst-Hilfe veröffentlicht in ihrem Blog "angstfrei.news" aktuell zwei Mal täglich neue Beiträge zur Corona-Krise. Neben allgemeinen Informationen und Tipps legen die Autor*innen besonderen Wert auf die "guten Nachrichten" des Tages.

Weitere Informationen: www.angstselbsthilfe.de

Blog "Lebensmutig" (NAKOS)
Im "Lebensmutig"-Blog schreiben junge Selbsthilfeaktive über die Themen, die sie gemeinsam betreffen – und das ist auch für sie aktuell die Corona-Krise. Die Blogger*innen erzählen von den Problemen und Strategien zum Umgang mit der Krise.

Weitere Informationen: www.junge-selbsthilfe-blog.de

Video-Meeting der Jungen Selbsthilfe
Seit Mitte März treffen sich junge Selbsthilfeaktive jeden Abend für eine Stunde zum Video-Austausch. Es wird viel geredet – über Ängste, aber auch über Mutmachendes – es wird aber auch viel gelacht und sogar gespielt.

Weitere Informationen: www.junge-selbsthilfe-blog.de

Videokonferenzen und andere Möglichkeiten

Videokonferenzen
Etliche Selbsthilfegruppen tauschen sich über Videokonferenzen aus, solange persönliche Treffen nicht möglich sind. Häufig gibt es Fragen, wie der Austausch per Videokonferenz einfach und zugleich sicher möglich ist. Die NAKOS hat einige Informationen zusammengefasst.

Weitere Informationen: Erste Empfehlungen für virtuelle Gruppentreffen

Telefonkonferenzen
Auch Telefonkonferenzen werden gerade als Alternative zu Gruppentreffen genutzt. Die NAKOS hat einige grundlegende Informationen zu Telefonkonferenzen zusammengefasst.

Weitere Informationen: Telefonkonferenzen als Alternative zu Gruppentreffen

Selbsthilfe-Apps
Einige Selbsthilfevereinigungen und Selbsthilfekontaktstellen haben in den vergangenen Jahren Smartphone-Apps entwickelt, die vereinzelt auch für den Austausch von Gleichbetroffenen genutzt werden können. Exemplarisch weisen wir hier auf die kostenlose App "in.kontakt" für pflegende Angehörige hin, die der Verein wir pflegen in Kooperation mit der NAKOS entwickelt hat.

Weitere Informationen: www.wir-pflegen.net

Weitere Tipps für den digitalen Austausch
Der Paritätische Gesamtverband: "Webzeugkoffer #GleichImNetz":
www.der-paritaetische.de

Der Paritätische Gesamtverband: "Arbeitshilfe für die Planung und Organisation von virtueller Treffen von Selbsthilfegruppen":
Download: Arbeitshilfe virtuelle Treffen

BAG SELBSTHILFE: "Internetbasierte Kommunikation in der Corona-Krise":
www.bag-selbsthilfe.de

Selbsthilfezentrum München: "Liste verschiedene Digitalplattformen"
www.shz-muenchen.de

Verein Digitalcourage: "Corona: Technik-Tipps für Homeoffice":
www.digitalcourage.de

Vorübergehender Umgang mit einzelnen Verfahren

Vereine: Ausnahmeregelung für Beschlüsse
Der Deutsche Bundestag hat in einem Gesetzesentwurf verabschiedet, der Vereinen einen vorübergehenden flexibleren Umgang mit Beschlüssen ermöglicht. Das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement berichtet darüber in seinem Newsletter:

"Im Rahmen des Gesetzentwurf zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht wurde unter anderem eine Ausnahmeregelung aufgenommen, mit der Vereine auch dann Beschlüsse fassen können, wenn in ihrer Satzung keine Möglichkeiten für Videokonferenzen oder andere »virtuelle Sitzungen« vorgesehen sind. Damit können Mitgliederversammlungen, Entlastungen und Wahlen auch in Zeiten der Corona-Krise durchgeführt werden. Auch Abstimmungen per E-Mail und Fax werden ermöglicht. Die Neuregelungen sind bis zum 31.12.2021 befristet. Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz am 25.3.2020 verabschiedet."

Quelle: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, Newsletter vom 30. März 2020

Selbsthilfeförderung: Ausnahmeregelung für Zweitunterschriften
Der GKV-Spitzenverband hat die Krankenkassen gebeten, das Verfahren der Selbsthilfeförderung während der Corona-Pandemie anzupassen. Die empfohlene Änderung betrifft die erforderlichen Unterschriften von zwei Selbsthilfevertreter*innen bei Förderanträgen und Verwendungsnachweisen. In einer E-Mail-Nachricht des GKV-Spitzenverbandes an die NAKOS heißt es:

"In Abstimmung mit den Verbänden der Krankenkasse auf Bundesebene (...) haben wir [den Krankenkassen] empfohlen, sofern die zweite Unterschrift aufgrund ausfallender Treffen etc. nicht vorgelegt werden kann, kurzfristig eine E-Mail-Bestätigung der zweiten unterschriftsberechtigten Person einzuholen. Ungeachtet dessen sind fehlende Unterlagen mit den Original-Unterschriften innerhalb von zwei Monaten nachzureichen.

Sofern weitere Einzelunterlagen fehlen, die für die Bewilligung notwendig sind, sollen diese auch in digitaler Form zugesendet werden können. Auch diese Unterlagen sind dann innerhalb einer Frist von zwei Monaten im Original nachzureichen."

Im Leitfaden zur Selbsthilfeförderung des GKV-Spitzenverbandes ist eigentlich festgelegt: "Anträge und Verwendungsnachweise sind von zwei legitimierten Vertreterinnen oder Vertretern des Antragstellers zu unterzeichnen." Der GKV-Spitzenverband hat sich zu dieser "pragmatischen Lösung" entschieden, "um die Arbeit der Selbsthilfe für chronisch kranke Menschen, die in der Corona-Krise besonders gefährdet sind, zu unterstützen und insbesondere die hierfür notwendigen Fördermittel zeitnah zur Verfügung zu stellen".

Quelle: GKV-Spitzenverband, Nachricht vom 30. März 2020

Haus des Stiftens
Kostenlose Webinare für gemeinnützige Organisationen (z.B. "Haftung bei Veranstaltungsabsagen")
www.hausdesstiftens.org

Für Suchtkranke, pflegende Angehörige, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen und andere

Der Paritätische Gesamtverband
Fragen und Antworten zu Corona, von denen einige auch für Selbsthilfeaktive wichtig sind. Beispielsweise werden Fragen von pflegenden Angehörigen oder zu Vereinsaktivitäten während der Corona-Krise beantwortet.

Internet: www.der-paritaetische.de

BAG Selbsthilfe
Häufige Fragen zu Corona und Selbsthilfearbeit

Internet: www.bag-selbsthilfe.de

Laufend aktualisierte und barrierefreie Informationen zur Corona-Krise aus den Bereichen Gesundheitsprävention, Patientenvertretung und Selbsthilfe.

Internet: www.bag-selbsthilfe.de

Kindernetzwerk
Die Infos und Linklisten zu allen allgemeinen sowie speziellen Fragen für die Risikogruppe chronisch kranke Kinder werden regelmäßig aktualisiert.

Internet: www.kindernetzwerk.de

Deutsche Depressionshilfe
Tipps und Informationen für an Depressionen erkrankte Menschen.

Internet: www.deutsche-depressionshilfe.de

Lebenshilfe
Informationssammlung zu COVID-19 in leichter Sprache.

Internet: www.lebenshilfe.de

Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband
Corona-Ratgeber für blinde und sehbehinderte Menschen

Internet: www.dbsv.org

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
Übersicht von Hilfsangeboten für Suchtkranke während der Corona-Krise. Die Liste umfasst insbesondere Angebote der Suchtselbsthilfe.

Internet: www.dhs.de

EUTB Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener
Bundesweite Beratung durch die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener

Internet: www.teilhabeberatung.de

Gemeinsamer Bundesausschuss
Befristete Sonderregelungen im Krankenversicherungsrcht

Internet: www.g-ba.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Allgemeine Informationen zum neuartigen Corona-Virus und zur Erkrankung Covid-19

Internet: www.infektionsschutz.de/coronavirus

Krisentelefone und Anlaufstellen in Notlagen

auf dem Familienportal des BMFSFJ