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01.12.2017

Welt-Aids-Tag: Mehr Solidarität mit Betroffenen gefordert

Deutsche AIDS-Hilfe fordert Zugang zu Test und Behandlung für alle Menschen

Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat die Deutsche AIDS-Hilfe zu mehr Solidarität mit den Betroffenen aufgerufen. "Solidarisch mit positiven Menschen zu sein bedeutet heute vor allem, Selbstverständlichkeit im täglichen Umgang miteinander zu fördern", erklärte Winfried Holz vom Vorstand. Nach wie vor werde Menschen mit HIV das Leben durch Diskriminierung schwer gemacht. Zurückweisung im Alltag, zum Beispiel im Gesundheitssystem oder im Job, und abwertende Äußerungen seien immer noch an der Tagesordnung.

Grund sind den Angaben zufolge meist irrationale Ängste und moralische Urteile. Eine gerade veröffentlichte repräsentative Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung offenbart noch große Vorurteile und Wissenslücken. Zwar geben 65 Prozent der Befragten an, keine Berührungsängste mit dem Thema HIV/AIDS haben. Allerdings sind 23 Prozent der Meinung, dass Menschen mit HIV an ihrer Erkrankung selbst schuld sind. Zudem wissen mehr als 90 Prozent der Befragten nicht, dass eine gut wirksame HIV-Therapie auch die Übertragung von HIV verhindert. „Am Ziel sind wir erst, wenn die Mitteilung, dass jemand HIV-positiv ist, keine Ängste, keine Sonderbehandlung, keine Mitleidsbekundungen und keine Schuldzuweisungen mehr nach sich zieht", so die AIDS-Hilfe.

Solidarität bedeute aber auch, niemanden von der HIV-Behandlung auszuschließen und allen Menschen den Zugang zu Test und Behandlung zu ebnen, hieß es weiter. Im Jahr 2016 erkrankten in Deutschland 1.100 Menschen an Aids oder einem schweren Immundefekt, obwohl es vermeidbar gewesen wäre: Sie wussten jahrelang nichts von ihrer Infektion, erfuhren erst durch die schwere Folgeerkrankung davon. Zurzeit leben in Deutschland nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts 12.700 Menschen unwissentlich mit HIV.

Quelle:
Deutsche AIDS-Hilfe, Mitteilung vom 30.11.2017
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Mitteilung vom 29.11.2017