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23.02.2021

Wer redet und wem wird zugehört?

Vier Fragen für diverse und inklusive Selbsthilfe

Viele Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen wünschen sich neue Mitglieder und eine vielfältigere Zusammensetzung. Immer wieder aber berichten Gruppen und Organisationen von Schwierigkeiten, neue und junge Mitglieder zu gewinnen. Auch fällt es schwer, Menschen mit Migrationshintergrund an die Selbsthilfe heranzuführen, was jüngst bei einer Tagung der Schader-Stiftung zur Vielfalt in der Selbsthilfe debattiert wurde. Zudem kann es sein, wie die BAG SELBSTHILFE vor Jahren in einer Mitgliederbefragung feststellte, dass mehr Männer als Frauen Vorstands- und Geschäftsführungsaufgaben übernehmen.

Vielleicht können vier einfache Fragen helfen, neue Personengruppen stärker einzubinden in die Arbeit der Selbsthilfegruppe oder -organisation. Die Journalistin Helen Hahne hat diese Fragen in einem Beitrag für das Online-Magazin "Edition F" beschrieben, in dem sie sich wiederum auf die US-amerikanische Sozialwissenschaftlerin und Psychologin Dolly Chugh bezieht. Der Beitrag vom Januar 2019, aktuell auf Twitter aufgetaucht, beschäftigt sich mit Meetings im Berufsleben. Vielleicht kann es aber sinnvoll sein, die Gruppentreffen oder Besprechungen im Hinblick auf diese Fragen einmal zu reflektieren:
 

  • Wer redet am meisten?
  • Wer sitzt neben wem?
  • Wem wird zugehört?
  • Wer bekommt Anerkennung?

Viele Selbsthilfegruppen haben eigene Gesprächsregeln aufgestellt. Die Gesprächsregeln stellen etwa sicher, dass alle zumindest am Anfang und vielleicht noch zum Ende eines Gruppentreffens zu Wort kommen. Es gibt auch Vereinbarungen, dass die Äußerungen anderer nicht kommentiert und bewertet werden. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich etwa bei der Planung eines neuen Projekts zu fragen, wer wen bei Diskussionen unterbricht, ob eine eingefahrene Sitzordnung aufgelöst werden sollte oder wer mit den eigenen Beiträgen nicht wahrgenommen wird.

Quelle: Helen Hahne: "Der wichtige Unterschied zwischen Diversität und Inklusion – 4 Dinge, auf die man in Meetings achten kann", Beitrag vom 10. Januar 2019 | www.editionf.com

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