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Häufige Fragen zur Selbsthilfe (FAQ)

Wir beantworten die häufigsten Fragen - und präsentieren wesentliche Fakten rund um die gemeinschaftliche Selbsthilfe. Besonders interessant für Privatpersonen und Fachleute, die sich bislang kaum mit dem Thema Selbsthilfe befasst haben.

In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen zusammen, die ein gemeinsames Problem oder Anliegen haben. Das können Selbstbetroffene sein genauso wie Angehörige. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützen und informieren einander, um ihre Situation zu verbessern. Sie treffen sich regelmäßig und ohne professionelle Leitung. Die Teilnahme an den Treffen ist freiwillig und oft kostenlos. Selbsthilfegruppen bestehen zu fast jedem Thema: zu häufigen und seltenen Krankheiten, Behinderungen, Süchten, psychischen und sozialen Problemen.

Mehr Informationen finden Sie hier:
Basiswissen

Es gibt zwei bewährte Möglichkeiten, eine Selbsthilfegruppe zu finden.

Der erste und einfachste Weg führt über eine Selbsthilfekontaktstelle. Selbsthilfekontaktstellen sind Beratungsstellen zum Thema Selbsthilfe. Sie vermitteln Interessierte an Selbsthilfegruppen in der Nähe - egal, um welches Problem oder Anliegen es geht.

Die zweite Möglichkeit sind Selbsthilfeorganisationen, die NAKOS spricht von Selbsthilfevereinigungen. Selbsthilfeorganisationen befassen sich mit einem bestimmten Thema, also einer Krankheit, einer Behinderung, einem psychischen oder sozialen Problem. Viele Selbsthilfeorganisationen sind bundesweit aktiv und haben Verbände in den Bundesländern. Sie vermitteln an Gruppen vor Ort, die Mitglied in ihrer Vereinigung sind.

NAKOS betreibt Datenbanken mit den Adressen der Selbsthilfekontaktstellen und der Selbsthilfeorganisationen.

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ADRESSEN

Mehr Informationen finden Sie hier:
- über Selbsthilfekontaktstellen
- über Selbsthilfeorganisationen

Am Anfang steht die Frage: Was ist mir als Gründerin oder Gründer einer Selbsthilfegruppe wichtig? Was erhoffe ich mir von dem Austausch mit anderen und mit wem will ich mich austauschen? Manche wollen sich zum Beispiel nur mit Betroffenen in ihrem Alter treffen oder eine reine Frauen- und Männergruppe ins Leben rufen.

Hilfe bei der Gründung erhalten Interessierte bei Selbsthilfekontaktstellen - egal, ob sie die anfänglichen Fragen schon für sich beantwortet haben oder nicht. Die Selbsthilfekontaktstellen unterstützen bei der Suche nach weiteren Betroffenen. Außerdem bieten die Selbsthilfekontaktstellen selbst Räume für die Gruppentreffen oder geben Tipps, wo die Gruppe sich sonst treffen könnte.

NAKOS betreibt eine Datenbank mit den Adressen der Selbsthilfekontaktstellen, die ROTEN ADRESSEN.

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ROTE ADRESSEN

Mehr Informationen zur Gruppengründung finden Sie hier:
Selbsthilfegruppe gründen

Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Selbsthilfegruppen erzählen immer wieder von diesen Vorteilen:

  • Sie machen die Erfahrung, mit ihrem Problem und ihrer Situation nicht allein zu sein.
  • Sie können sich mitteilen und erfahren so Verständnis von Menschen in einer ähnlichen Lebenslage, wie sie es in Familien und Freundschaften nicht immer erleben.
  • Sie entdecken neue Wege, mit ihrem Problem besser umzugehen - von praktischen Tipps bis hin zur emotionalen Bewältigung.
  • Sie erleben sich ihrer Situation weniger ausgeliefert und erweitern ihren Handlungsspielraum.

Einige Selbsthilfegruppen gehen gemeinsamen Freizeitaktivitäten nach. Bei längerer Teilnahme entstehen teilweise Freundschaften. Selbsthilfegruppen bieten so auch Vorteile über die reine Problembewältigung hinaus.

Beachten Sie aber: Selbsthilfegruppen sind kein Ersatz für die Beratung und Behandlung durch Fachleute. Auch für Menschen in akuten Notsituationen ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe als einzige Hilfe nicht angeraten.

Ausführliche Erfahrungsberichte aus Selbsthilfegruppen finden Sie hier:
Erfahrungsberichte

Jede Selbsthilfegruppe hat ihre eigene Arbeitsweise. Üblich sind regelmäßige Gesprächsrunden: manche treffen sich wöchentlich, andere monatlich oder noch seltener - jede Selbsthilfegruppe entscheidet das für sich. Oft kann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer über sein aktuelles Befinden reden, zumindest in einer kurzen Eingangsrunde. Einige Selbsthilfegruppen legen vorab ein Thema fürs nächste Treffen fest. Dazu laden die Gruppen teilweise Fachleute ein, etwa eine Ärztin oder einen Arzt.

Es gibt auch Selbsthilfegruppen, die sich nicht oder nicht nur zu regelmäßigen Gesprächskreisen treffen. Einige Selbsthilfegruppen gehen Freizeitaktivitäten nach und treffen sich zum Beispiel zum gemeinsamen Sport.

Andere Selbsthilfegruppen und vor allem Selbsthilfeorganisationen wenden sich besonders an Außenstehende. Sie informieren die Öffentlichkeit über ihre Krankheit oder ihr Anliegen und wollen gegenüber Fachleuten und Politik auf Änderungen hinwirken.

Mehr Informationen finden Sie hier:
Selbsthilfegruppen

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist meist kostenlos - fast. Für die Raummiete wird teilweise von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein geringer Betrag pro Treffen eingesammelt. Dieser Betrag ist üblicherweise freiwillig. An diesen Kosten sollte die Teilnahme für Arbeitslose oder Geringverdienende nicht scheitern.

Einige Selbsthilfegruppen gründen sich als Verein. Wer in der Gruppe länger mitwirken will, muss einen Mitgliedsbeitrag bezahlen - wie es üblich ist bei Vereinen.

Informieren Sie sich vorab bei der Selbsthilfegruppe und Selbsthilfeorganisationen, welche Kosten Sie zahlen sollen.  Auch die Selbsthilfekontaktstellen können hierüber oft Auskunft geben.

Mindestens 70.000 Selbsthilfegruppen gibt es in Deutschland, vielleicht sogar bis zu 100.000 - so die Schätzungen. Selbsthilfegruppen werden höchstens freiwillig registriert, genaue Angaben sind daher nicht möglich.

Durch wissenschaftliche Studien wird versucht, die Zahl der Selbsthilfegruppen genauer zu bestimmen. Die genauste Untersuchung stammt aus den 1990er-Jahren vom Institut für Sozialwissenschaftliche Analysen und Beratung. Diese ermittelte eine Gesamtzahl von 67.500 Selbsthilfegruppen in Deutschland.

Neuer ist eine vom Bundesgesundheitsministerium finanzierte Studie (SHILD) aus dem Jahr 2015 nur für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe. Anhand der Angaben der teilnehmenden Selbsthilfekontaktstellen wurde die Zahlen hochgerechnet. Selbsthilfekontaktstellen unterstützen demnach bundesweit rund 54.000 Selbsthilfegruppen. Hinzu kommt eine unbestimmte Zahl von Selbsthilfegruppen, die nicht bei Selbsthilfekontaktstellen registriert sind sowie diejenigen zu sozialen Themen.

Mehr Informationen zur Entwicklung und Verbreitung von Selbsthilfegruppen finden Sie hier:
Entwicklung und Verbreitung

Laut Schätzungen nehmen 3,5 Millionen Menschen in Deutschland an Selbsthilfegruppen teil - also etwa eine von zwanzig Personen hierzulande.

Im Laufe des Lebens nimmt jeder zehnte Erwachsene einmal an einer Selbsthilfegruppe teil, entweder als selbst Betroffener oder als Angehöriger.

An den regelmäßigen Gruppentreffen der einzelnen Selbsthilfegruppen nehmen oft etwa 6 bis 12 Personen teil. Das ist aber sehr unterschiedlich und kann nur bei der Selbsthilfegruppe direkt erfragt werden.

Selbsthilfekontaktstellen sind Beratungsstellen zum Thema Selbsthilfe.
Die Arbeit einer Selbsthilfekontaktstelle umfasst dieses Angebot:

  • Sie vermitteln Interessierte an bestehende Selbsthilfegruppen in der Nähe.
  • Sie unterstützen bei der Gründung neuer Selbsthilfegruppen.
  • Sie unterstützen bestehende Selbsthilfegruppen zum Beispiel durch Fortbildungen.
  • Sie informieren auch über professionelle Hilfsangebote in der Region.

In Selbsthilfekontaktstellen sind - anders als in Selbsthilfegruppen - keine Ehrenamtlichen tätig, sondern hauptamtliche Fachkräfte. Deutschlandweit gibt es rund 300 Selbsthilfekontaktstellen, hinzu kommen weitere Nebenstellen dieser Einrichtungen. NAKOS betreibt eine Datenbank mit den Selbsthilfekontaktstellen, die ROTEN ADRESSEN.

Hier kommen Sie direkt zur Datenbank mit den Selbsthilfekontaktstellen:
ROTE ADRESSEN

Mehr Informationen über Selbsthilfekontaktstellen finden Sie hier:
Selbsthilfekontaktstellen

Die meisten Angebote von Selbsthilfekontaktstellen sind kostenlos. Hierzu gehört besonders die telefonische oder persönliche Vermittlung von Interessierten an bestehende Selbsthilfegruppen.

Auch wenn sich bestehende Selbsthilfegruppen oder Gründerinnen und Gründer mit ihren Fragen an Selbsthilfekontaktstellen wenden, ist die Beratung kostenlos. Kosten für die Selbsthilfegruppen können entstehen, wenn sie Räume der Selbsthilfekontaktstellen anmieten oder an Fortbildungen teilnehmen.

Informieren Sie sich direkt bei einer Selbsthilfekontaktstelle über deren Angebot. NAKOS betreibt eine Datenbank mit den Selbsthilfekontaktstellen, die ROTEN ADRESSEN.

Hier kommen Sie direkt zur Datenbank mit den Selbsthilfekontaktstellen:
ROTE ADRESSEN

Außer den Selbsthilfekontaktstellen unterstützen Selbsthilfeorganisationen Interessierte zum Thema Selbsthilfe. Selbsthilfeorganisationen sind Landesverbände oder Bundesverbände zu einem bestimmten Problem. Die Verbände informieren beispielsweise zu einer Krankheit und vermitteln an örtliche Gruppen, die zu dem Verband gehören.

In Deutschland gibt es rund 300 bundesweite Selbsthilfeorganisationen. NAKOS betreibt eine Datenbank der bundesweiten Selbsthilfevereinigungen, die GRÜNEN ADRESSEN.

Hier kommen Sie direkt zur Datenbank der bundesweiten Selbsthilfeorganisationen:
GRÜNE ADRESSEN

Mehr Informationen zu Selbsthilfeorganisationen finden Sie hier:
Selbsthilfeorganisationen

Die NAKOS ist die bundesweite Selbsthilfekontaktstelle und Informationsstelle zum Thema Selbsthilfe in Deutschland. Zentrale Aufgaben von NAKOS sind:

  • Wir informieren über gemeinschaftliche Selbsthilfe, zum Beispiel telefonisch, auf Veranstaltungen und im Internet.
  • Wir vermitteln zu örtlichen Selbsthilfekontaktstellen und bundesweiten Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfeinitiativen anhand unserer Datenbanken.
  • Wir vertreten grundsätzliche Interessen der gemeinschaftlichen Selbsthilfe gegenüber der Politik.
  • Wir führen Studien zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe durch.

Mehr Informationen über NAKOS finden Sie hier:
Über NAKOS