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So arbeiten Selbsthilfegruppen

Jede Selbsthilfegruppe bestimmt ihre Organisationsform und ihr Vorgehen selbst. Trotz aller Unterschiede im einzelnen gibt es aber auch viele Gemeinsamkeiten im Vorgehen. Zum Beispiel spielen das offene und vertrauensvolle Gespräch und der Informationsaustausch immer eine zentrale Rolle.

Eine typische Organisations- und Arbeitsweise einer Selbsthilfegruppe ist:

  • Die Selbsthilfegruppe hat eine überschaubare Teilnehmerzahl (ca. 6-12 Personen).
  • Die Teilnehmer*innen treffen sich regelmäßig über einen längeren Zeitraum, meist wöchentlich.
  • Die Gruppensitzungen dauern 2-3 Stunden. Die Treffen finden nicht im privaten Rahmen, sondern in einem neutralen Raum statt, um zu verhindern, sich wie "Gastgeber*innen" und „Gäste“ zu verhalten.
  • Alle Teilnehmer*innen sind gleichgestellt; jede und jeder kann Leitungs- und Arbeitsaufgaben übernehmen.
  • Über gemeinsame Fragen entscheidet die Gruppe in eigener Verantwortung.
  • Die Teilnehmer*innen bestimmen selbst, wie lange die Treffen dauern, wie die Arbeit gestaltet wird, ob und wann sie für „Neue“ offen sind, ob und wie sie in die Öffentlichkeit gehen, welche Aktivitäten sie durchführen usw.

Jede Gruppe durchläuft verschiedene Phasen. Anfängliche Ängste und Unsicherheiten werden dadurch überwunden, daß sich jede und jeder mit seinen Bedenken, Gefühlen und Konflikten einbringt. Mit der Zeit entsteht ein starkes Gruppengefühl und eine Atmosphäre von Vertrauen und Geborgenheit.

Fachleute wirken bei der konkreten Selbsthilfegruppenarbeit nicht mit. Vielen Menschen fällt es schwer zu glauben, dass dies möglich ist. Erfahrungen der Gruppen zeigen jedoch, dass sie gerade auch ohne Fachleute erfolgreich arbeiten können.