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Themen von Selbsthilfevereinigungen

269 Bundesvereinigungen der Selbsthilfe führt die NAKOS in ihren Verzeichnissen. Diese sind bundesweit organisiert und haben Ansprechpersonen und / oder einzelnen Selbsthilfegruppen in vielen Bundesländern.

Mehr als drei Viertel der Bundesvereinigungen der Selbsthilfe (215; 79,9 Prozent) arbeiten zu chronischen Erkrankungen und Behinderungen, sind also dem Gesundheitsbereich zuzurechnen. Dieser Bereich umfasst nahezu das gesamte Spektrum körperlicher Erkrankungen und Behinderungen von allergischen, asthmatischen und anderen Atemwegserkrankungen über Herz-Kreislauf- bis hin zu Tumorerkrankungen, psychischen Erkrankungen und Problemen sowie geistige Behinderungen.

20,1 Prozent (54) engagieren sich zu Problemen aus dem psychosozialen und sozialen Bereich in der Familie, in Partnerschaft, Erziehung, Alter, Nachbarschaft, bei Lebenskrisen und in besonderen Lebenslagen, bei Umweltaspekten sowie mit Bezug auf gesellschaftliche Integration. Allerdings ist eine eindeutige Zuordnung gerade im Selbsthilfebereich schwierig, da viele gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen und -vereinigungen auch in sozialen Bereichen aktiv sind und ihre Arbeit häufig auch die mit der körperlichen Erkrankung oder Behinderung einhergehenden psychischen / psychosozialen Probleme einschließt. Ebenso befassen sich psychosoziale und soziale Selbsthilfegruppen mit gesundheitsrelevanten Problemen.

60,5 Prozent (163) der bundesweiten Selbsthilfevereinigungen arbeiten zu einer seltenen Erkrankung oder Problemstellung (nicht mehr als 5 von 10.000 Personen sind betroffen). Beispiele sind Klippel-Feil-Syndrom e.V., Pompe Deutschland e.V., Phosphatdiabetes Selbsthilfe e.V., Kartagener-Syndrom und Primäre Ciliäre Dyskinesie e.V., Selbsthilfegruppe Undine Syndrom e.V., Netzwerk Männer mit Brustkrebs e.V. und Selbsthilfegruppe XY-Frauen.

Fast 90 Prozent der bei der NAKOS geführten bundesweiten Selbsthilfevereinigungen charakterisieren sich als Selbsthilfeorganisationen (240; 89,2 Prozent), etwas über 7 Prozent (20; 7,4 Prozent) als Selbsthilfedachorganisation und etwas mehr als 3 Prozent (9; 3,3 Prozent) als Anonymous-Zusammenschluss. Diese Selbsthilfezusammenschlüsse bearbeiten zusammen ca. 800 Problemstellungen. Das Spektrum reicht von A wie Alkaptonurie, Alleinerziehend, Alopecia areata, Angststörungen oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bis zu Z wie Zeckenenzephalitis, Zollinger-Ellison-Syndrom, Zwangsneurosen oder Zystennieren.

Stand: Juni 2017

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Bundesweite Selbsthilfevereinigungen
NAKOS Studien | Selbsthilfe im Überblick 5 | Zahlen und Fakten 2017 | Kapitel 7
NAKOS 2017

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NAKOS Studien
Selbsthilfe im Überblick 5 | Zahlen und Fakten 2017
NAKOS 2017

Selbsthilfe in Deutschland
Jutta Hundertmark-Mayser, Wolfgang Thiel
In: Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung. Hrsg. Robert Koch Institut, Berlin 2015

Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in Deutschland – Entwicklungen, Wirkungen, Perspektiven (SHILD)
Ergebnisse: Publikationen und Präsentationen, Hamburg 2016