NAKOS NEWSLETTER

Mai 2021


Liebe Leser*innen,

wir freuen uns, Ihnen unseren Mai-Newsletter präsentieren zu können. Gerne informieren wir Sie über diese und weitere Themen:

  • Gruppe für Angehörige von Covid-19-Verstorbenen in Bayern gegründet
  • Netzwerk Engagementförderung veröffentlicht Positionspapier
  • Studie zu Folgen der Pandemie für die Zivilgesellschaft
  • Befragung zur Versorgung von Krebsbetroffenen

IN EIGENER SACHE

Jahresbericht 2020 veröffentlicht

Rückblick auf Basisarbeit und Projekte in einem besonderen Jahr

Wir haben unseren Jahresbericht 2020 veröffentlicht. Unter dem Titel "Selbsthilfeunterstützung stärken" beschreiben wir sowohl unsere Basisarbeit als auch die Projekte im Vorjahr. In den Projekten begannen wir mit dem Aufbau eines Online-Fachportals für Selbsthilfekontaktstellen, unterstützten die Junge Selbsthilfe und befassten uns mit Fragen der Unabhängigkeit der Selbsthilfe. Natürlich spielte 2020 auch die Corona-Pandemie eine große Rolle, die das Selbsthilfeengagement und die Selbsthilfeunterstützung seither stark beeinflusst und so auch unsere Arbeit prägt.

SELBSTHILFE UND CORONA

Banner Selbsthilfe und Corona

Gruppe für Angehörige von Covid-19-Verstorbenen in Bayern gegründet

Die Selbsthilfekoordination Bayern hat die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Covid-19-Verstorbenen unterstützt. Ein erstes Online-Treffen fand Anfang Mai statt. Es ist die erste bekannte Gruppe speziell für Hinterbliebene.

Vor allem seit dem Herbst sind zahlreiche Selbsthilfeinitiativen von Menschen entstanden, die in unterschiedlicher Form durch die Pandemie stark beeinträchtigt sind. Die meisten Gruppen richten sich an Menschen mit LongCovid- oder PostCovid-Symptomen. Unsere regelmäßig aktualisierte Übersicht bekannter Corona-Selbsthilfegruppen finden Sie auf www.nakos.de.

KONTAKTE / ADRESSEN

Banner Blaue Adressen

Reizdarm, Kutanes T-Zell-Lymphom, Retikulohistiozytose

Suche nach bundesweitem Informations- und Erfahrungsaustausch

Gleich mehrere Erwachsene sind neu in unsere BLAUEN ADRESSEN aufgenommen und suchen bundesweit andere Betroffene sowie Fachleuten zum Informations- und Erfahrungsaustausch:

  • Reizdarm – weitere Stichworte sind: Reizkolon, Divertikulitis, Dickdarmentzündung
  • Kutanes T-Zell-Lymphom – weitere Stichworte sind: CTCL, Sézary-Syndrom, Sézary-Lymphom, Mycosis fungoides
  • Multizentrische Retikulohistiozytose oder Lipoiddermatoarthritis
Neu in unserer Datenbank: Albatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust e.V.

Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust e.V.

Bundesweiter Selbsthilfezusammenschluss neu in unserer Datenbank

Der Verein Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust e.V. ist neu in unsere GRÜNE ADRESSEN aufgenommen. Der bundesweite Zusammenschluss arbeitet mit der Überzeugung: "Brustlosigkeit als eine Alternative bei Brustkrebs oder Brustkrebs-Prophylaxe muss eine akzeptierte Behandlungsoption darstellen!" Der Verein wurde 2019 gegründet und richtet sich auch an Angehörige und weitere Interessierte.

JUNGE SELBSTHILFE

Logo schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de

Junge Selbsthilfegruppe des Monats Mai

Die neue Junge ILCO

Jeden Monat stellt sich auf dem Portal www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de eine junge Gruppe vor. Im Mai präsentiert sich "Die neue Junge ILCO", eine Gruppe innerhalb der Deutschen ILCO. Sie richtet sich an Stoma-Träger*innen, also Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung, egal durch welche Vorerkrankung diese entstanden ist. Die Interessen von jüngeren Betroffenen unterscheiden sich in mancher Hinsicht von denen Älterer. So können Fragen im Hinblick auf Studium und Ausbildung sowie Schwangerschaft eine Rolle spielen.

Banner LEBENSMUTIG-Blog

Monatsthema "Ehrgeiz und Leistungsdruck"

Aktuelle Beiträge im LEBENSMUTIG-Blog

Ehrgeiz und Leistungsdruck – das ist das Monatsthema im LEBENSMUTIG-Blog. "Wenn ich das Gefühl habe, dass ich etwas nicht mit einem 120%-Grad an Perfektion schaffe, dann neige ich dazu, es sein zu lassen oder alles um mich herum inklusive mir selbst zu vergessen und regelrecht zu verbrennen", schreibt etwa Blogger "Bossi".

Die Autor*innen widmen sich auch anderen Themen. Zum Beispiel macht sich die "Alltagsheldin" Gedanken zur Selbsthilfe als "Spagat zwischen Selbstfürsorge und Engagement für andere". Und zusätzlich zu den Blogbeiträgen findet sich auch ein Gedicht.

AUS DER ARBEIT DER DAG SHG

Logo Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen

Netzwerk Engagmentförderung veröffentlicht Positionspapier

DAG SHG ist eine der fünf Netzwerkorganisationen

Das "Netzwerk Engagementförderung" hat ein Positionspapier mit einer gemeinsamen Mitteilung veröffentlicht: "Wie wichtig Infrastrukturen sind, zeigt sich stets, wenn es gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen gilt. Ob in der Corona-Pandemie oder bei Aufgaben der Integration, Partizipation und Teilhabe, stets sind auch engagementfördernde Einrichtungen zentrale lokale Akteure. Indem sie Freiwillige beraten und vermitteln, bürgerschaftliches Engagement aktivieren und stärken", heißt es in der Mitteilung.

Das Netzwerk Engagementförderung fordert in dem Positionspapier bessere Rahmenbedingungen, konkret etwa eine Basisfinanzierung der Einrichtungen und Förderprogramme, die helfen, gesellschaftliche Entwicklungen innovativ mitzugestalten. Zudem sei notwendig, die Verantwortung für bürgerschaftliches Engagement auf kommunaler Ebene zu stärken, dafür solle das Kooperationsverbot aufgehoben werden. Die Deutsche Abeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG) ist eine der fünf Netzwerkorganisationen. Die Organisationen repräsentieren über 2.100 Einrichtungen vor Ort.

Plenum der letzten Jahrestagung 2019 in Bad BreisigPlenum der letzten Jahrestagung 2019 in Bad Breisig

Erster digitaler Fachtag am 22. Juni 2021

Motto "Selbsthilfe trägt – Die Selbsthilfe in Zeiten der Corona-Pandemie. Eine erste Bilanz"

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. veranstaltet am 22. Juni 2021 ihren ersten digitalen Fachtag. Unter dem Motto "Selbsthilfe trägt – Die Selbsthilfe in Zeiten der Corona-Pandemie. Eine erste Bilanz" werden aktuelle Handlungsherausforderungen für die Selbsthilfearbeit diskutiert.

Die Tagung beginnt mit einem Referat zu den aktuellen Ergebnissen der "Rettungsschirm-Studie", die das Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft mit Förderung der Deutschen Stiftung Engagement und Ehrenamt erstellt hat. Im Anschluss werden verschiedene Workshops angeboten.

AUS POLITIK UND GESELLSCHAFT

Maecenata Institut untersucht Folgen der Pandemie für Zivilgesellschaft

"Schwierigkeiten insbesondere in den Bereichen Selbsthilfe und Gemeinschaftsbildung"

Das Maecenata Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft hat mit einer Organisationsbefragung die Auswirkungen der Pandemie auf die Zivilgesellschaft untersucht. Jede zweite Organisation ist stark betroffen: "Zu den wichtigsten Auswirkungen zählen: fehlende Planungssicherheit, limitierter Handlungsspielraum, erschwerter Kontakt zu bürgerschaftlich Engagierten und ein nachlassendes Gemeinschaftsgefühl, insbesondere im Funktionsbereich der Gemeinschaftsbildung." Der Arbeitsumfang sei tendenziell gestiegen.

"Um auf die Auswirkungen der Pandemie zu reagieren, wurden Präsenzveranstaltungen gekürzt, Angebote und Formate digital bereitgestellt und die Arbeit, wenn möglich ins Home-Office verlagert. Jede zweite zivilgesellschaftliche Organisation musste auch Projekte abbrechen oder verschieben", schreibt das Maecenata Institut. Die verstärkte Digitalisierung bedeutet neue Herausforderungen: "Neben fehlendem Know-How und teilweise fehlender Hardware-Ausstattung wird insbesondere aus den Bereichen der Selbsthilfe und Gemeinschaftsbildung von Schwierigkeiten berichtet, durch digitale Angebote die eigene Zielgruppe zu erreichen. Hinzu kommt, dass Mitarbeitende durch digitale Formate aus den Arbeitsprozessen ausgeschlossen werden."

Befragung zur Versorgung von Krebsbetroffenen

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf lädt zur Teilnahme ein

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) führt zusammen mit der Krebs-Selbsthilfe eine Studie zur Versorgung von Krebsbetroffenen und der Bedeutung gemeinschaftlicher Selbsthilfe durch. Die Umfrage läuft bis 31. August 2021, die Teilnahme an der Studie ist wahlweise anonym oder pseudonym und dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Die Umfrage wird im sogenannten "gesaK"-Projekt des UKE durchgeführt.

Teilhabestärkungsgesetz im Bundestag verabschiedet

Der Paritätische informiert über Änderungen

Der Bundestag hat im April das Teilhabestärkungsgesetz verabschiedet. Der Paritätische informiert über die Änderungen: Diese betreffen unter anderem eine verbesserte Betreuung von Rehabilitand*innen durch das Jobcenter, digitale Gesundheitsanwendungen, das Ausbildungsbudget für Menschen, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen tätig sind. Auch sollen Leistungserbringer geeignete Maßnahmen treffen, um Menschen mit Behinderungen vor Gewalt zu schützen.

Thüringen: Selbsthilfe einbeziehen und Gruppentreffen ermöglichen!

Landeskontaktstelle für Selbsthilfe und Landesstelle für Suchtfragen wenden sich an Politik

Die Landeskontaktstelle für Selbsthilfe Thüringen und die Thüringer Landesstelle für Suchtfragen wenden sich mit einem Aufruf an die Politik: Sie fordern, Selbsthilfegruppen bei lokalen Entscheidungen einzubeziehen und auch in Krisenzeiten einen kontinuierlichen Austausch zu ermöglichen. Selbsthilfegruppen sollen unter anderem durch Gesprächsrunden mit Selbsthilfeaktiven und Bedarfsabfragen an Entscheidungen beteiligt werden. Um den Austausch in Selbsthilfegruppen zu ermöglichen, benötigt es ausreichend große Räume für Gruppentreffen sowie eine gute Infrastruktur für digitale Anwendungen.

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