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Selbsthilfe bei Zwängen

Was Selbsthilfegruppen bei Zwangserkrankungen leisten können - aus der Sicht der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.

Gerade bei dauerhaften Krankheiten und Störungen kann eine Selbsthilfegruppe zu einer besseren Akzeptanz der krankheitsbedingten Lebenssituation beitragen und darüber hinaus einer sozialen Isolierung entgegenwirken. Unter einer Zwangserkrankung haben die Betroffenen so gut wie immer langfristig zu leiden.

Selbst bei einer erfolgreich durchgeführten Therapie kann nur ein kleiner Teil der Zwangserkrankten vollständig von seinen Symptomen befreit werden. Die bei der Behandlung von Zwängen besonders wirkungsvolle Verhaltenstherapie entlässt ihre Patienten deshalb mit einem Werkzeugkoffer an Übungen, die immer wieder angewendet werden müssen. Für viele dieser Übungen sind Selbsthilfegruppen eine gut geeignete Plattform. Darüber hinaus kennen gerade die alteingesessenen Gruppenmitglieder meist alle Therapeut/innen und Kliniken in der jeweiligen Umgebung und können hier wertvolle Informationen weitergeben.

Zurzeit ist die Bedeutung von Selbsthilfegruppen bei der Behandlung von Zwangserkrankungen ein noch weitgehend unerforschtes Gebiet. Entsprechend wenig ist beispielsweise über die Vermeidung von und den Umgang mit Rückfällen in solchen Gruppen bekannt. Expert/innen vermuten jedoch, dass der zurzeit immer größer werdende Anteil an erfolgreich behandelten Zwangserkrankten in Selbsthilfegruppen hier ein positives und ermutigendes Rollenmodell für die übrigen Mitglieder darstellt.

Neben den genannten Vorteilen können in Selbsthilfegruppen natürlich auch Probleme entstehen. Beispielsweise dann, wenn die einzelnen Mitglieder sehr unterschiedliche Erwartungen an die Gruppe haben oder das Verhalten einzelner Betroffener (Disziplinlosigkeit, Egoismus, mangelndes Einfühlungsvermögen) Spannungen auslöst. In diesen Fällen kann es hilfreich sein, die Gruppe eine Zeitlang von einer professionellen Moderation (Therapeut/in) anleiten zu lassen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.

Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. wurde 1995 als gemeinnütziger Verein gegründet. Das Besondere ist, dass sich hier Betroffene und (medizinische sowie psychologische) Expert/innen gemeinsam gegen die Zwangsstörung engagieren. Ihre Hauptaufgabe sieht die Gesellschaft darin, Menschen mit Zwangsstörungen und ihren Angehörigen Hilfe zur Selbsthilfe und Hilfe zum Leben mit der Erkrankung zu geben. Durch Öffentlichkeitsarbeit will die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen zudem fachkundig über Zwangsstörungen und die daraus entstehenden Probleme aufklären, um so vorhandene Vorurteile abzubauen und mehr Akzeptanz für die Betroffenen zu erreichen.

Die Geschäftsstelle informiert Betroffene und ihre Angehörigen über Selbsthilfegruppen in ihrer Nähe und klärt über geeignete Therapien auf. Darüber hinaus verfügt die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen über eine umfangreiche Datei von Therapeut/innen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Die wissenschaftliche Forschung konnte in den vergangenen Jahren immer wieder bedeutende Erkenntnisse bezüglich der Faktoren zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung von Zwangserkrankungen gewinnen. Aus diesem Grund bemüht sich die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen verstärkt darum, ihre Expert/innen stets über den neuesten Erkenntnisstand in Forschung, Therapie und Versorgung von Menschen mit Zwangsstörungen zu informieren.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.
Postfach 70 23 34
22023 Hamburg
Telefon: 040 / 68 91 37 00
E-Mail: zwang@t-online.de
Internet: www.zwaenge.de

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