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Wie arbeiten Selbsthilfekontaktstellen?

Sie möchten sich über Selbsthilfegruppen informieren, wollen Kontakt mit bestehenden Gruppen aufnehmen oder haben vor, eine Selbsthilfegruppe aufzubauen?

Seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es in Deutschland eigenständige Einrichtungen zur Anregung, Unterstützung und Beratung von Selbsthilfegruppen und interessierten Menschen. Diese Einrichtungen haben oft ganz verschiedene Namen. Sie heißen „Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen – KISS“, „Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle – SEKIS“, „Kontakt, Information und Beratung im Selbsthilfebereich – KIBIS“ „Selbsthilfebüro“ oder ähnlich. Allgemein werden sie kurz „Selbsthilfekontaktstelle“ genannt.

Nutzen Sie für den Aufbau und die Arbeit Ihrer Selbsthilfegruppe das Unterstützungs- und Beratungsangebot von Selbsthilfekontaktstellen. Die Selbsthilfekontaktstelle in Ihrer Nähe ist für Sie Ansprechpartnerin „Nummer Eins“.

Überall in ganz Deutschland gibt es Selbsthilfekontaktstellen, die für Selbsthilfeinteressierte und Selbsthilfegruppen themenübergreifend Informationen, Kontakte und Unterstützung auf örtlicher Ebene bieten.

Gegenwärtig bestehen die Unterstützungseinrichtungen in über 300 Städten, Kreisen und Gemeinden. Von diesen werden weitere 53 Außenstellen unterhalten. Somit gibt es deutschlandweit zurzeit an mehr als 340 Standorten professionelle Angebote zur Unterstützung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe (Stand: 2015).

Jeder Betroffene mit jedem Problem, der sich mit Gleichbetroffenen zusammenschließen möchte, kann sich an eine Kontaktstelle wenden, egal ob er ein gesundheitsbezogenes Anliegen hat, ob es eher um psychische Belastungen oder um soziale Probleme wie nach einer Trennung vom Partner, um Probleme mit Alkohol oder Drogen geht. Auch Angehörige können sich über Möglichkeiten der Gruppenselbsthilfe beraten lassen und sich informieren.

Selbsthilfekontaktstellen unterstützen Selbsthilfegruppen gleich, ob diese einem Dachverband angehören, ob ihre Mitglieder Versicherte einer bestimmten Krankenkasse sind oder ob die Kooperation mit einer bestimmten Berufsgruppe angestrebt wird, gleich auch, um welche Problem- oder Themenbereiche es sich handelt.

Die Angebote richten sich zudem an Versorgungseinrichtungen und Fachleute unterschiedlichster Disziplinen, an Politik, Verwaltung und Sozialversicherungen und an die Öffentlichkeit, vor allem an die Medien.

Selbsthilfekontaktstellen sind keine Mitgliederorganisationen. Das heißt, die Angebote stehen jeder und jedem schnell und ohne formale Hürden offen. Die Leistungen sind in der Regel kostenfrei, unter Umständen werden geringe Beiträge für Raummiete, Fotokopien und Ähnliches erhoben.

Selbsthilfekontaktstellen unterhalten vielfältige Angebote:
 

  • Sie informieren und klären über gemeinschaftliche Selbsthilfe und die verschiedenen Arbeitskonzepte auf.
  • Sie stellen den Kontakt zu bestehenden Selbsthilfegruppen her.
  • Sie unterstützen bei der Suche nach Gleichbetroffenen und bei der Gruppengründung.
  • Sie vermitteln oder stellen Räume und Bürotechnik zur Verfügung.
  • Sie helfen Interessierten in Beratungsgesprächen zu klären, ob sie an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen beziehungsweise eine neue gründen, professionelle Hilfeangebote wahrnehmen oder andere Wege des Engagements einschlagen wollen.
  • Sie helfen Selbsthilfegruppen in Beratungsgesprächen, die Ziele und das Vorgehen zu klären.
  • Sie beraten bei Schwierigkeiten der Gruppenarbeit.
  • Sie koordinieren den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Selbsthilfegruppen und vernetzen diese.
  • Sie informieren über finanzielle Fördermöglichkeiten.
  • Sie geben Hinweise auf Angebote der professionellen Versorgung in der Stadt oder der Region.
  • Sie beraten und unterstützen bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Durchführung von Veranstaltungen.
  • Sie sind ein Sprachrohr der gemeinschaftlichen Selbsthilfe gegenüber der Öffentlichkeit.
  • Sie sind eine Brückeninstitution zwischen dem professionellen Versorgungssystem und dem Selbsthilfesystem und vermitteln Kontakte zu Fachleuten, Journalist/innen und Verantwortlichen in Verbänden und Verwaltungen.